Blick auf die Ostsee
Blick auf die Ostsee

Mit der aufkommenden Dämmerung setzt der Nieselregen ein. Ein letzter Blick aus dem Fenster auf die Weite der Ostsee, auf die Dalben im Hafen, die Zahnstochern gleich im Wasser stehen, die angrenzenden Gebäude. Dann wird es dunkel. In der Nacht wird der Wind stärker. Böen lassen Regen aufs Dach prasseln.

Schleswig

Ein echter Novembertag, nass und windig, begrüßt uns am Donnerstagmorgen. Aufbrechen in einer Schauerpause. Nach 40 Kilometern Schleswig im Wasser. Über uns, unter uns, vor uns – links und rechts H2O. Vom grauen Himmel kommend, spiegeln sich die Pfützen auf dem Teerbelag am Yachthafen. Dort stehen schon drei Fahrzeuge. Für uns haben sie in der Mitte, dicht an der Stromsäule, einen freien Platz gelassen. Ein weiterer ist von einem Pkw mit SL-Kennzeichen blockiert. Schnell unsere Winterabdeckung übers Fahrerhaus. Danach wird’s sich drinnen bei einer Tasse Tee gemütlich gemacht. Wenn die Schauer nachlassen, soll’s ins „Dorf“ gehen. Leider lässt der Regen nicht nach, wenn man von einer kurzen Pause absieht. Also gibt’s eine nahe Fußgängerzone mit nassglänzendem Pflaster und eine vorzeitige Rückkehr zum Wagen. „Blaue Stunde“ bei Tee und Keksen ist ja auch ganz schön. Wegen des miesen Wetters verzichten wir auf den sonst üblichen Besuch der nahen Fischersiedlung Holm und den Ausflug zur Wikingersiedlung Haithabu.

Im Hafen liegen viele historische Schiffe
Im Hafen liegen viele historische Schiffe

Freitag: Endlich wieder trocken. Zwischen den Wolken kleine blaue Stückchen Himmel. Sogar die Sonne schickt ihre Strahlen in den „Wolkenlöchern“ zu Erde. Im Sonnenschein machen wir uns fertig zum Start. Es geht nach Eckernförde. Kaum angekommen, verzieht sich die Sonne wieder hinter den Wolken. Doch es bleibt den ganzen Tag trocken. Beim Bummeln in der Stadt, am Hafen und auf der Strandpromenade.  Auch hier bleiben wir am Abend nicht allein.  Mobile aus RD (Rendsburg), NF (Nordfriesland), IZ (Itzehoe) und HSK (Hochsauerlandkreis/Meschede) laufen ein. Von den 46 Stellplätzen sind die meisten frei. Nur schade, dass die Bäume unseren Fernseher von seiner ihm zugedachten Aufgabe abhalten. Dadurch wird’s auch nichts mit dem aktuellen Wetterbericht.

Die Strandpromenade
Die Strandpromenade

Sonnabend: Aufgerissene Wolken, ja was sage ich, Wölkchen, dazwischen blauer Himmel. Und sogar  die Sonne spielt wieder mit. Temperatur um die zehn Grad. Das richtige Wetter, um Eckernförde ein zweites Mal zu erkunden. Die Fußgängerzone, den Hafen mit den historischen Seglern und die kleinen Fischerboote. Dort gibt’s fangfrisch von Dorsch bis zur Makrele alles, was die Ostsee um diese Jahreszeit hergibt. So sehr wir Fisch auf dem Teller mögen, vom Kauf halten wir uns zurück. Nach der Zubereitung würde unser Troll noch tagelang den Duft der Schuppenträger in sich tragen. Wir spazieren am kilometerlangen Sandstrand und im Stadtpark. Bummeln durch die engen Gässchen mit ihren historischen Gebäuden. Bei Anbruch der Dämmerung kehren wir zum Troll zurück. Stellen fest, dass inzwischen sieben Wohnmobile dort stehen. Ein Wagen aus OD (Bad Oldesloe) hat sich dazugesellt.

Blick vom Stellplatz auf den Kanal
Blick vom Stellplatz auf den Kanal

Der Sonntagmorgen ist so, wie man sich einen Sonntagmorgen wünscht: Weiße Wolken, blauer Himmel, Sonnenschein. Als erster Wagen starten wir an diesem Tag. Richtung Schacht-Audorf. Knapp 30 Kilometer liegen vor uns. Womofahrers Herz geht über bei der Ankunft. Vom hohen Ufer ein herrlicher Blick auf den Nord-Ostsee-Kanal, die kleinen Fährschiffe und, weit entfernt, die Hochbrücke, über die wir gekommen sind. Mit uns genießen zehn Mobile diese wirklich grandiose Aussicht. Am Abend sind’s dann aber nur noch zwei. In den Sommermonaten sind die 28 großzügigen Plätze wohl jeden Tag ausgebucht. Das i-Tüpfelchen nach der Ankunft bietet sich voraus am gegenüberliegendem Ufer: Ein Regenbogen in seinen schönsten Farben. Herrlich anzusehen und doch nichts Gutes verheißend.

Große Frachter zum Greifen nah
Große Frachter zum Greifen nah

Wenig später rücken sie an, die dunklen Wolken mit ihrer nassen Fracht. Vor uns auf dem Kanal reger Schiffsverkehr. Große Containerfrachter aus aller Welt. Sogar der über einhundert Jahre alte Raddampfer „Freya“ zieht noch seine Bahn auf dem früheren Kaiser-Wilhelm-Kanal. Erst klar anzusehen, dann immer undeutlicher werdend hinter der sich langsam beschlagenden Windschutzscheibe unseres Mobils. Uns bleibt nach dem ersten Schauer ein kurzer Spaziergang zur Fähre und der Weg am Kanal entlang zurück zum Platz. Geplant war eigentlich ein Ausflug mit dem Fahrrad entlang des Schifffahrtsweges. Das können wir jedoch angesichts des Witterung abschreiben. Bis zum Wetterbericht in der Glotze überbrücken wir die Zeit mit dem Supertriangelo – einem klassischen Denk-Legespiel mit dreieckigen Steinen.

Der Montagmorgen bringt wieder einmal einen grauen Himmel mit „Löchern“ in der Wolkendecke. Regenschauer kommen und gehen. Draußen glänzt alles vor Nässe. Lohnt’s weiterzufahren? Oder geht’s besser in Richtung Heimat? Wir geben angesichts des Wetters auf. Über Hamburg geht’s zurück in den Kreis Osterholz.