Liebevoll gepflegte Häuser
Liebevoll gepflegte Häuser

Sasbachwalden

Der Stellplatz hat sich seit unserem Besuch vor rund zehn Jahren wenig verändert. Nur dieses Mal müssen wir auf dem Gelände der Winzergenossenschaft eine „Umleitung“ benutzen. Auf der direkten Zufahrt steht ein großes Zelt. Daneben einige kleine Buden. Sie warten aufs Wochenende. Auf die Krönung der neuen Weinkönigin am Sonnabend. Fünf Womos stehen auf dem Platz, 30 können es bestenfalls sein. Wir platzieren uns auf der freien Fläche, probieren, ob der Fernseher Empfang hat. Dann machen wir uns auf den Weg in den denkmalgeschützten Ortskern. Es ist nicht weit ins Dorf mit seinen 25 Gastronomiebetrieben, Bäckerläden, Metzgereien, dem Lebensmittelmarkt, Apotheke, Arzt, Kureinrichtungen,  „Saschwaller Kinderstube“ und dem Erlebnisbad.

Leider geht es immer bergan. Für uns Flachländer eine echte Herausforderung. Vor allem bei Temperaturen um die 30 Grad. Der Schweiß läuft in Strömen, als ich endlich am Ziel ankomme. In der Gästeinformation hole ich mir den Flyer mit zahlreichen Tipps und – ganz wichtig – die Konus-Gästekarte gegen Vorlage der Stellplatzquittung ab. Eine überaus freundliche Dame hinter dem Tresen hilft mir sogar mit einer Brille aus, um die Zeilen auf der Gästeanmeldung auszufüllen. Meine hatte ich im „Troll“ liegen gelassen. Dafür an dieser Stelle noch einmal ganz herzlichen Dank.

Sasbachwalden ist eine Gemeinde mit Auszeichnungen. Holte Goldplaketten auf Kreis- und Landesebene. Mit althochdeutscher, sogar keltischer Vergangenheit. Gegründet wohl um das Jahr 1347. Seit 1979 „Kneippkurort“ und „Heilklimatischer Kurort“. Mit zahlreichen Wanderwegen, mit Routen für Mountainbiker, mit Vorschlägen für Segwaytouren, mit Beautyangeboten, mit der „Badischen Genussmeile“ und, und, und.

Weinberge bis an die Wohnhäuser
Weinberge bis an die Wohnhäuser

Und da wäre noch der Wein aus Sasbachwalden mit dem klangvollen Namen „Alde Gott“. Der Historie nach war die Gegend nach dem Dreißigjährigem Krieg so entvölkert, dass man weit und breit keinen Menschen antraf. Und mittendrin ein junger Mann auf der Suche nach einer Lebensgefährtin. Nach langer Wanderung traf er auf einem Hügel ein Mädchen. „Der alde Gott lebt noch!“ rief er beim Anblick aus. Die beiden kamen sich näher, heirateten und ließen als Andenken ein Bildstöckchen mit der Aufschrift „Der alde Gott lebt noch“ errichten. Das steht noch heute. Sehenswert auch die Burgruine Hohenrode/Brigittenschloss mit einer grandiosen Aussicht in die Rheinebene, die Wallfahrtskirche „Zur Heiligen Dreifaltigkeit“ mit glanzvollem Barockaltar, die Gaishöll-Wasserfälle und die Straubenhofmühle. Wir lassen den Abend bei einem Glas Rotem ausklingen und freuen uns auf die am nächsten Tag geplante Bustour zum Mummelsee. Dank unserer Konus-Gästekarte zum Nulltarif.

Ausblick auf den Mummelsee
Ausblick auf den Mummelsee

Der Mummelsee

Am späten Vormittag legen wir die paar Schritte zur Bushaltestelle direkt vor dem Stellplatz zurück. Eine runde Viertelstunde geht’s anschließend mit vielen PS bergan. Mit bis zu zwölf Prozent Steigung. Dann ist es geschafft. Das große Hotel am Seeufer, vor Jahren ein Raub der Flammen, ist wieder aufgebaut. Menschenmassen aus aller Herren Länder am, auf dem und rund um den See. 240 Meter lang, 193 Meter breit und bis zu 18 Meter tief ist das Touristenhighlight. Fische sucht man übrigens hier vergebens. Kein Hecht und kein Zander, keine Bach- oder Regenbogenforelle tummelt sich im glasklarem Wasser. Nur an der Oberfläche – vor allem bei Sonnenschein – schippern Tret- und Ruderboote um die Wette.