Blick vom Kurpark auf die Stadt
Blick vom Kurpark auf die Stadt

Schonach

Schonach ist unsere nächste Anlaufstation. Wir finden den weiträumigen Stellplatz auf Anhieb. Hier sind Keile angesagt. Sieben Euro kostet die Nacht. Acht Stunden Strom für einen Euro. V/E gibt’s auch. Und – nicht zu unterschätzen – die Konus-Karte obendrauf. Nulltarif für Bus und Bahn im Schwarzwald. Für uns also eine Freifahrt nach Triberg mit Deutschlands höchstem Wasserfall und den Geschäften, in denen Tausende von Kuckucksuhren um die Wette ticken. In denen sich Schwarzwaldmädel mit und ohne Bollenhut ein Stelldichein geben. In denen Holzschnitzarbeiten angeboten werden, die man am liebsten alle mit nach Hause nehmen würde. Dass dies nicht Wirklichkeit wird, liegt allein am zu schmalen Geldbeutel.

Triberger Wasserfall
Triberger Wasserfall

Dafür entschädigt der Besuch des Triberger Wasserfalls. Trotz wochenlanger Trockenheit lässt er noch ausreichend H2O über die Felsen in die Schlucht stürzen, so dass noch lange keine Rede von einem Rinnsal sein kann. Ein Naturschauspiel der besonderen Art. Über 160 Meter fällt das Wasser der Gutach in die Tiefe. In sieben Fallstufen. In der Schlucht stehen bis zu 50 Meter hohe Weißtannen und Fichten. Ein grandioser Anblick. Angesichts der immer noch schweißtreibenden Temperaturen schenken wir uns den Besuch des Schwarzwaldmuseums ebenso wie den holzgeschnitzten Rathaussaal. Lassen die Schwarzwaldbahn links liegen und auch die Wallfahrtskirche. Am frühen Nachmittag geht’s zurück zum Stellplatz. Wir sind froh, ein wenig Schatten zu finden und freuen uns sichtlich über das aufziehende Gewitter. Das verspricht uns nach einem ziemlich heißen Tag den hoffentlich ergiebigen Regen und damit auch Abkühlung.

Die Abkühlung hält sich allerdings in Grenzen. Es sind nur ein paar Tropfen, die zur Erde fallen. Kaum ausreichend, unsere Campingstühle richtig nass zu machen. Nach einer warmen Sommernacht machen wir uns am Morgen wieder auf die Reise.

Die Sauschwänzlebahn
Die Sauschwänzlebahn

Blumberg-Zollhaus

Für uns geht es noch einmal über schmale Land- und breite Bundesstraßen, über Schwarzwaldhoch- und Schwarzwaldtalstraße, an Wäldern, Wiesen, an plätschernden Bächen, steil aufragenden Hängen und tief hinabstürzenden Tälern vorbei in Richtung Blumberg. Südlich von Donaueschingen versteckt sich die Kommune zwischen Wäldern und Feldern. Ihre Bekanntheit verdankt sie der 1887 bis 1890 von der Großherzoglichen Staatsbahn erbauten „Strategischen Bahn“. Die Gleise der Sauschwänzlebahn ringeln sich nicht weit von der Schweizer Grenze entfernt zwischen Blumberg und Weizen, rund 25 Kilometer lang, einem Sauschwanz gleich über Viadukte und durch Tunnel. Erste urkundliche Erwähnung findet der Ort Zollhaus am der Schweizer Grenze schon 1555 durch den Bau einer Ziegelhütte. Bis ins ausgehende 17. Jahrhundert lebten dort nur Ziegler und Zöllner.