Die Stadtmauer ist noch intakt
Die Stadtmauer ist noch intakt

Weil der Stadt

Weiter geht’s nun nach Weil der Stadt. Rund 35 Kilometer entfernt. Wir verlassen nach etwas mehr als einer Woche den Schwarzwald. Die ehemals freie Reichsstadt liegt im Würmtal. Geprägt von den Landschaften des Schwarzwaldvorlandes. Mit mittelalterlichem Stadtbild und der mächtig herausragenden Stadtkirche von St. Peter und Paul. Mit einer zum großen Teil gut erhaltenen Stadtmauer und Wehrtürmen. Ehemals Heimat des Astronomen und Mathematikers Johannes Keppler (1571-1630). Als „Fastnetshochburg“ hat sich Weil der Stadt ebenfalls einen Namen gemacht. Rund 40.000 Besucher kommen alljährlich zum Umzug der Narren.

Der Narrenbrunnen
Der Narrenbrunnen

Der kostenlose Stellplatz mit fünf breiten Flächen ist beim Ankommen dreiviertel mit Pkw zugestellt. Selbst die Ver-/Entsorgung ist nicht mehr zugänglich. Wir haben Glück und stellen uns auf die letzte freie Fläche. Auf dem großen Parkplatz haben zwei Mobile mangels Stellflächen freie Pkw-Plätze bezogen. Stromanschluss ist vorhanden, aber keine Möglichkeit, seinen Müll loszuwerden. Nun gut, dafür werden auch keine Gebühren erhoben.

Durch Stadttore ins Zentrum
Durch Stadttore ins Zentrum

Weil der Stadt wuchert mit ihren Pfunden, serviert den Gästen eine historische Stadt. Mit Rathaus, Keplerdenkmal, Stadtmuseum, Stadtkirche, St. Peter und Paul, Narrenbrunnen, Kapuziner- und Augustinerkloster, Spitalhof und Narrenmuseum, Brenzhaus, Wendelinkapelle und Brenzkirche. Schade, dass fast alle Museen nur am Sonnabend oder Sonntag geöffnet haben. Gar zu gern hätten wir einen Blick in die Vergangenheit geworfen. Wir bummeln statt dessen durch Kopfsteinpflasterstraßen, staunen über gepflegte Bürgerhäuser und wundern uns über etliche zugeklebte Schaufenster in bester Geschäftslage. Wandern nach einigen Stunden und erfrischender Einkehr zum Troll zurück. Am Abend werden die durch Pkw belegten Plätze frei. Weitere Mobile finden sich ein, um zu übernachten.

Stellplatz Wetzlar
Stellplatz Wetzlar

Wetzlar

Wir starten am nächsten Vormittag, um die vorgesehenen rund 250 Kilometer hinter uns zu bringen. Teils auf Bundes- und Landstraßen, teils auf Autobahnen. Und erreichen die Stadt an der Lahn um die Mittagszeit. Wieder einmal  mit etlichen Staus auf den Autobahnbaustellen. Unsere Quecksilbersäule am Thermometer scheint auf der 30-Grad-Marke festgenagelt zu sein. Da in Wetzlar nur eine begrenzte Anzahl von Womoplätzen vorhanden ist, bauen wir auf unser Glück. Treffer: Nur ein Mobil steht dort. Wir können uns unseren Stadtplatz noch aussuchen. Dann geht es nach einer kurzen Pause in Richtung Innenstadt. Die ist in nur fünf Gehminuten zu erreichen.

Historische Innenstadt
Historische Innenstadt

Der weitgehend unbeschadet gebliebene Stadtkern war einst von einer Mauer mit fünf Toren und mindestens neun Türmen umgeben. Im 19. und 20. Jahrhundert wurden alle Türme – bis auf einen – und die Stadttore abgebrochen. Lediglich das Karlsmunttor blieb erhalten. Im Zentrum laden restaurierte Fachwerkhäuser und schöne Barockbauten zum Verweilen ein. Die 700 Jahre alte steinerne Lahnbrücke und der nie vollendete Dom prägen das Bild der Altstadt. Seit der Reformation wird das Gotteshaus von beiden christlichen Konfessionen simultan genutzt. Vom Dom sind es nur wenige Schritte über den Fischmarkt bis zum ältesten Fachwerkhaus am Brodschirm (Nr. 1). Noch heute kann man an den Straßennamen und den Bezeichnungen der Marktplätze die Topographie aber auch die mittelalterliche Struktur Wetzlars erkennen. Die ineinander verschachtelten Häuser der Altstadt mit ihren markanten Schieferdächern prägen das unverwechselbare Bild der Stadt.