Der Stellplatz
Der Stellplatz

Im Norden eitel

Sonnenschein

Regen, Regen, Regen, dazu Temperaturen, die allen Frühlingsgefühlen einen Schlag in die Magengrube versetzen. Dann, endlich zeigt sich die Wettervoraussage im „Ersten’“ von einer besseren Seite. Kündigt zwischen zwei Tiefs endlich ein Hoch an. Nicht an der Mosel, unserem eigentlichen Ziel, sondern in Schleswig-Holstein. Nicht im Norden Deutschlands, nein, im Süden melden die Wohnmobilfahrer „Land unter“, stehen z. B. an Mosel und Donau vor im Wasser versunkenen Stellplätzen. Im Norden dagegen guckt immer wieder einmal die Sonne zwischen dunklen Wolken hervor. Tendenz steigend. Also: Auf nach Norden. Der Reiseplan für die nächsten zwei Wochen ist nach einer längeren Sitzung am Schreibtisch und Computer schnell zusammengestellt. Dank unserem bei Tausenden von Nutzern und Besuchern beliebtem Stellplatzführer und der hilfreichen Unterstützung meiner seit Jahren bewährten Copilotin.

Ist heute ein Wohnhaus
Ist heute ein Wohnhaus

Die erste Station soll Wackerballig an der Geltinger Bucht sein. Start am frühen Sonntagmorgen in Steden. Rund 263 Kilometer liegen vor uns. Durchwachsener Himmel, aber trocken. Die Scheibenwischer haben Ruhepause. Bis Hamburg und auch danach. Bei Sonnenschein und einem freundlich aussehenden Wolkenband kommen wir Glockenschlag 12 am Platz am Strandweg an. Von den 18 Plätzen sind noch acht frei. Glück gehabt. Auch nach uns Kommende finden hinter uns auf den markierten Rasenstreifen noch eine Fläche für die Nacht. Vor uns die Ostsee, auf der sich bei diesem Wetter die Kitesurfer – die mit dem Segel am Seil - ein Stelldichein geben. Und ein Yachthafen mit 230 Liegeplätzen am Ende der langen Seebrücke, in dem die Masten der Segler wie Zahnstocher gegen den Himmel ragen. Dazu eine Gaststätte, Ferienhäuser, ein Kinderspiel- und ein Campingplatz. Zum Einkaufen geht`s zurück nach Gelting. Bei nur zwei Kilometern leicht mit dem Fahrrad zu bewältigen. Wackerballig – gedeutet als hochgelegene Siedlung – ist seit 1938 ein Ortsteil Geltings, der 1231 wie der Luft- und Kneippkurort erstmals im Erdbuch Waldemars des Siegers erwähnt wurde.

Polnische Wildpferde
Polnische Wildpferde

Auf unserer Fahrt grüßt uns die gelbe Pracht der blühenden und nach Honig duftenden Rapsfelder. Im Sommer sind es goldgelbe Weizenfelder und vor allem die flachen Naturbadestrände, die nicht nur bei Surfern, sondern auch bei Familien mit Kindern  beliebt sind. Dazu Wanderwege entlang der Ostsee, zu Fuß oder per Pedes. Nur drei Kilometer vom Stellplatz entfernt das Naturschutzgebiet Geltinger Birk. Im 773 Hektar großen Gebiet am Ausgang der Flensburger Förde leben viele Tierarten auf flachen Dünen, Sumpf- und Heideflächen, Mooren und lichten Wäldern. Zusammen mit Hochlandrindern und seit 2002 auch mit Wildpferden, den sogenannten Koniks. Bei Sonne und leichtem Wind genießen wir den  Spaziergang an der Küste. Erst am späten Nachmittag setzt Nieselregen ein. Eine runde halbe Stunde. Dann ist es wieder trocken. Doch die aufgekommene Wolkendecke verhindert den Augenschmaus des Untergangs des Tagesgestirns in der Ostsee.

Der nächste Morgen  bringt uns Sonnenschein bei blauem Himmel und einer leichten Brise aus Nord und damit ideale Voraussetzungen für eine Radtour ins Naturschutzgebiet zu den polnischen Koniks, den schottischen Highländern und nach Gelting. Am zweiten Tag wird auch der malerische Sonnenuntergang in der Ostsee „geliefert“.

Strandpromenade
Strandpromenade

Am dritten Tag geht’s bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen Richtung Damp. Zum neuen Stellplatz, der erst Ende März 2013 mit einem großen Fest eingeweiht wurde. Mit griechischem Restaurant, Familien-Golfplatz - auf dem auch ohne Platzreife gespielt werden darf. 70 Stellplätze sind vorhanden, mit großzügigem Abstand zum Nachbarn, mit Komfortsanitärgebäude, beleuchteten Wegen, Waschmaschine, Trockner und Superentsorgungsstation. Hier wurde geklotzt und nicht gekleckert. Eine Freude für jeden Wohnmobilisten. Per Rad fahren wir in den Mittagsstunden zum Hafen. Dicht an dicht liegen hier die großen und kleinen Segler und Motoryachten.

Der Yachthafen
Der Yachthafen

Und ebenso gut besucht wie der Hafen ist die Flaniermeile mit den unterschiedlichsten Geschäften. Reges Treiben allerorten und am Strand. Wir sind just in das 40-jährige Bestehen des Tourismus-Standortes „hineingeplatzt“. Erleben bei unserem Besuch den Aufbau der großen Festzelte und der Piratenburg für die große Fete. Vor allem auf der Strandbühne kommt bei den Veranstaltungs-highlights in dem als Rehazentrum bekannten Ort im Sommer echt Stimmung auf. Dann tanzt der Bär. Dass wir uns nicht beim Sandburgenbauen aktiv beteiligen, liegt vor allem an unserem fortgeschrittenem Alter und nicht an der fehlenden Lust zum Buddeln mit Eimer und Schaufel.