Reges Strandleben
Reges Strandleben

Auf der Flaniermeile am Hafen, am Strand und in den schmalen Straßen der Stadt marschieren Massen an Besuchern. „Das ist heute noch ruhig. Was meinen Sie, was hier am Wochenende los ist“, sagt die Verkäuferin am Imbissstand, als sie uns frischen Backfisch serviert. Auf jeden Fall lohnt auch Spaziergang zum nahen Naturschutzgebiet Graswarder mit den verträumten, reetgedeckten Häusern direkt am weißen Sandstrand. Petrijüngern sei verraten, dass von Heiligenhafen aus auch Angelfahrten auf die Ostsee möglich sind. Allein oder im Team – Mann gegen Fisch, Mannschaft gegen Fische. 45.000 Angler aus aller Welt kommen jährlich hierher, um dies erleben zu dürfen. Hier gibt es die größte Hochseeangelflotte Europas.

Der zweite Platz des beliebten Zwischenstopps für Skandinavienreisen liegt am Binnensee im Ostsee-Ferienpark, im Eichholzweg. Die 20 Stellflächen haben allerdings keinen Stromanschluss. Vandalismus macht’s unmöglich.

Ruhige Stellflächen hinter der Halle
Ruhige Stellflächen hinter der Halle

Am nächsten Vormittag starten wir nach Großenbrode. Die zehn Kilometer sind schnell zurückgelegt. Am Südstrand 1 erwartet uns ein Stellplatz, bei dessen Ausgestaltung keine Mühe gescheut wurde. Im vorderen Bereich Kiesuntergrund, im hinteren Schotterrassen und Grillecke. Mit erstklassigen Sanitäranlagen samt Dusche und einer überaus netten “Empfangsdame“ bei der Anmeldung. Alles nur wenige Minuten vom Strand entfernt. Dazu für zwölf Euro inkl. V/E, WC, Strom und Kurabgabe. Mit Fahrradverleih, Brötchendienst, Wellness- und Fitnesscenter. Es gibt zwei weitere Plätze Am Kai. Auch für zwölf Euro. Dort werden allerdings zusätzliche Kosten wie Strom, WC etc. aufgeschlagen.

Hornhecht am Haken
Hornhecht am Haken

Unser erster „Ausflug“ an diesem herrlichen Sonnentag – allerdings mit einer frischen und kühlen Brise – geht an den Strand. Bis ans Ende der langen Seebrücke, auf der Angler ihrer Leidenschaft frönen. Hornhechte haben die einen an Land geholt, andere baden ihren Köder seit Stunden ohne einen Biss.

Das seit 1987 anerkannte Ostseeheilbad liegt im regenärmsten und zugleich sonnenreichsten Gebiet Schleswig-Holsteins auf der wagrischen Halbinsel. Hat eine 215 Kilometer lange und abwechslungsreiche Küste. Die Angebote umfassen ein modernes Kurmittelzentrum mit Meerwasserbad, Sauna, Segeln, Angeln, Tennis und eben Camping. Trumpfkarte aber ist auch der herrliche, 1,5 Kilometer lange Sandstrand. Regenarm und sonnenreich zeigt sich Großenbrode auch bei unserem Besuch. Im Gegensatz zum Süden und Südosten der Republik beim meteorologischen Sommeranfang. Dort stehen Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen, Teile von Hessen und Sachsen immer noch unter Wasser.

Die Seebrücke
Die Seebrücke

Wasser gibt’s allerdings auch in unserem Troll, so heißt unser Mobil, auch. Aus Richtung Frischwasserpumpe fließt ein dünnes aber stetiges Rinnsal in Richtung Dusche und Bad und tritt unter der Badezimmertür wieder aus. Also Druck aus der Leitung nehmen, ist das Gebot der Stunde und hoffen, dass nun alles aufhört. Tut es aber nicht. Leicht und stetig fließt das Nass weiter. Stopfen aus dem Tank und alles Frischwasser in den grasigen Untergrund. Nun sackt nur noch die Feuchtigkeit nach, die sich im Laufe von Stunden unter der Duschschüssel und in der Badezimmerwand angestaut hat. Endlich wird es trocken. Was nun? Weiterfahren oder umkehren? Wir entschließen uns für Letzteres, um größeren Schaden zu vermeiden

Stellplatz Syke
Stellplatz Syke

Am Sonntagmorgen – am Tag nach dem Malheur - geht’s im hellen Sonnenschein und heftigem Wind zurück in Richtung Heimat und damit zum Adria-Händler, der uns hoffentlich in Kürze helfen kann. Nach Heiligenfelde bei Syke. Doch zuvor stellt uns ein mehrere hundert Kilometer langer Stop-and-Go auf der A 1 zwischen Lübeck und der Abfahrt zur A 27 südlich von Hamburg auf eine harte Geduldsprobe. Leicht abgeschlafft erreichen wir in Syke den Platz für die Nacht, um gleich am nächsten Morgen in der nahegelegenen Werkstatt zu sein.