Der Blick zurück: Die Stadt am Stettiner Haff stammt aus dem Mittelalter. 1178 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. 1223 erscheint „Ucramund“ in den Urkunden. 1260 erlangt sie Stadtrechte. 1473 legt sie ein Blitzschlag in Schutt und Asche. 1546 wird das Schloss gebaut. 1624 schlägt die Pest zu, 1631 fallen einem Feuer 40 Häuser zum Opfer. 1639 gibt es nur noch zehn bewohnbare Häuser. 1800 wird der Ueckerkanal gebaut. 1818 wird Ueckermünde Kreisstadt, 2001 staatlich anerkannter Erholungsort. 2010 feiert Ueckermünde 750-jähriges Bestehen.

Der Hafen – heute in erster Linie für die Sportschifffahrt – war früher wichtiges Wirtschaftspotenzial für Fischer, Händler und Bootsbauer. In Ueckermündes Werften wurde Hunderte seetüchtiger Boote gebaut. Wie es sich damals lebte, kann im Haffmuseum nachempfunden werden. Da finden sich Exponate früherer Jahrhunderte. Kanonenkugeln aus Stein, Geräte der Fischer, Schuster, Haushaltsgegenstände, Bahnlaternen, Zeugnisse der Gießerei- und Ziegelgeschichte. Vom 27 Meter hohen Schlossturm blickt man über die Stadt und über das Stettiner Haff. Bei guter Sicht sogar bis zu den Krananlagen von Swinemünde in Polen.

Das ehemalige Schloss
Das ehemalige Schloss

Nicht zu vergessen, ein Abstecher zu St. Marien (Warum heißen so viele Kirchen im Osten St. Marien?) Der Sakralbau aus dem Jahre 1766 bietet Platz für fast 1000 Menschen. Er hat einen prächtigen Altar, eine kürzlich sanierte Deckenmalerei, eine kostbare Orgel und Kronleuchter aus dem 17. Jahrhundert. Altar-geräte und Taufbecken stammen aus dem Jahr 1683. Ich hätte gern ein Foto mit nach Hause genommen und in den Text eingebunden. Doch Fotos sind wie Hunde hier verboten.

Sehenswert ist auch das ehemalige Schloss, in dem heute Stadtverwaltung und Museum untergebracht sind. Seine Ursprünge liegen in einer Burg, die vermutlich im 12. Jahrhundert errichtet wurde. Auf ihren Resten entstand ein Schloss, das früher vierflügelig war und dem pommerschen Landtag oft als Versammlungsstätte diente. Nachdem das Gebäude durch Kriege und Verfall so heruntergekommen war, dass eine Restaurierung nicht mehr lohnte, baute Herzog Philipp I. 1546 ein neues Schloss. Davon sind heute noch Turm und Südflügel erhalten. Die anderen Teile wurden abgerissen.

Der Marktplatz
Der Marktplatz

Neustrelitz

Jetzt könnte ich schreiben: „Am nächsten Morgen weckte uns die Sonne.“ Das wäre allerdings gelogen. Wir hatten die Rollos an den Fenstern zugezogen, auch die Oberlichter waren dicht. Aber irgendwie werden wir immer zwischen sieben und halb acht wach. Sommers wie winters. Auch Zuhause. Der Tag beginnt, indem meine Ingrid Calle an die Leine nimmt und mit ihm Gassi geht. Danach wird Kaffee gekocht. Oft noch abgewaschen, weil vom Vortag noch etwas in der Spüle steht. Ich gebe im Navi das nächste Ziel ein. Wenn es nur wenige Kilometer sind, machen wir in aller Ruhe „klar Schiff“. Ist der nächste Stellplatz weit entfernt, muss alles ein bisschen schneller gehen. Angepeilt ist an diesem Morgen Neubrandenburg. Rund 70 Kilometer weit weg. Also noch jede Menge Zeit. Zeit zum Kassettenentleeren, zum Auffüllen des großen Tanks, zum Müll entsorgen. Die ersten Mobile haben bereits den Platz verlassen. Dann starten auch wir.

Ulanen an Bord
Ulanen an Bord

„Waren wir schon einmal in Neubrandenburg?“ frage ich meine Frau. „Nö“, kommt es zurück. Doch als wir nach knapp zwei Stunden um die Ecke hinter dem Wassersportzentrum auf dem Stellplatz eintrudeln, weiß ich, da waren wir schon einmal. Damals wollte der Platzwart keinen kleinen Teckel in seiner Anmeldebude sehen. Wies uns barsch an, doch gefälligst zwei Meter Abstand zu ihm zu halten. Und – das ist nicht zu übersehen – sind trotz der weiten Wege in die Stadt, die meisten Flächen besetzt. Nur direkt hinter der großen und hohen Boostslagerhalle sind noch einige frei. Die in der Beschreibung direkte Lage am Wasser hatte mich schon beim ersten Besuch „gewurmt“. Denn zur Seefläche hin gibt’s einen breiten Grünstreifen mit Büschen und Bäumen, der blickdicht ist. Wer wirklich Wasser sehen will, der muss sich auf die Socken machen und gut hundert Meter zum Fußweg am See zurücklegen.

Einkaufsmeile
Einkaufsmeile

Also gucken wir uns das nächste Ziel aus. Kommen auf Neustrelitz. Wenden unseren Wagen und sind in wenigen Minuten wieder auf der Durchgangsstraße. Knapp 30 Kilometer sind zurückzulegen. Kein Problem. Es dauert eine halbe Stunde, bis wir am Stellplatz am Hafen ankommen. Noch nicht einmal die Hälfte der Flächen ist besetzt. Großzügig bemessene Boxen, drei Reihen als Einzelbuchten, eine Reihe mit Boxen für jeweils zwei Wagen. Da stören selbst die zwei Gespannfahrer nicht, die mit ihrem Pkw samt Hänger jeweils zwei Flächen belegen, die eigentlich nur für Mobile vorgesehen sind. Und dazu ein Ambiente, wie es sich Womofahrer eigentlich wünschen. Mit Blick zum Hafen, der mit wenigen Schritten zu erreichen ist. Mit Strom, WC und Dusche für wenige Cent im Pavillon des Hafenmeisters.