Das alte Rathaus hat einen Turm
Das alte Rathaus hat einen Turm

Die Geschichte: Der Name Dömitz stammt vom altpolabischen Domalici und lässt auf erste slawische Siedler schließen. Von 1235 gibt es Belege für eine westlich des Ortes auf einer Elbinsel gelegene Burg. Erste Erwähnung findet die Stadt 1259. 1505 wurde ihr das Stadtrecht verliehen. Mehrmals wechselten die Besitzer, bis Dömitz 1376 endgültig an Mecklenburg fiel. Im Dreißigjährigen Krieg fiel die Festung Dömitz mal an Wallenstein, mal wurde sie von kaiserlichen, mal von schwedischen Truppen besetzt. Nach 1747 verlor sie an Bedeutung. Mit dem Bau der Eisenbahn wurde Dömitz wichtiger Eisenbahnknotenpunkt. Um 1900 hatte sich der Hafen zu einem der wichtigsten Umschlagplätze an der Elbe zwischen Hamburg  und Magdeburg entwickelt. Die Verkehrsanbindungen führten zu einer Industrienansiedlung wie dem Dynamitwerk am Stadtrand. 1934 bis 1936 wurde eine Elbbrücke nach Dannenberg gebaut. 1945 wurden Straßen- und Eisenbahnbrücken gesprengt.

Saal im Festungsinnern
Saal im Festungsinnern

Wirtschaftlichen Niedergang gab es, weil Dömitz zum Sperrgebiet der innerdeutschen Grenze gehörte. Erst in den 1970-er Jahren wurden einige Restriktionen nach umfangreichem Ausbau der Grenzsicherung gelockert. Nach der Wende wurde 1992 die Straßenbrücke über die Elbe neu errichtet. Ab 1991 wurde der historische Stadtkern und die Festung im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert.

Eingangstor in die Festung
Eingangstor in die Festung

Die Festung Dömitz wurde 1559 bis 1565 durch Herzog Johann Albrecht auf den Resten der alten Burg errichtet. Orientiert an der italienischen Fortifikationskunst entstand die stärkste Grenzlandbefestigung Mecklenburgs in der Form eines Pentagons, eines regelmäßigen Fünfecks. Sinn und Aufgabe der Flachlandfestung war die Sicherung der Südwestgrenze Mecklenburgs, die Kontrolle der Elbübergänge sowie die Sicherung der Elbzolleinnahmen. Die größte militärische Bedeutung erlangte die Festung im Dreißigjährigen Krieg. Auch die Generäle Tilly und Wallenstein nutzten sie bei ihren Feldzügen. Prominentester „Gast“ war der norddeutsche Schriftsteller Fritz Reuter. Er verbrachte seine „Festungstid“ in Dömitz von 1839 bis 1840. 1894 wurde die Festung als militärisches Objekt aufgelöst. Seit 1975 steht die Anlage unter Denkmalschutz und ist heute die besterhaltene Renaissancefestung in Norddeutschland.

Blick aus dem Türfenster unseres Troll
Blick aus dem Türfenster unseres Troll

Am nächsten Morgen zeigt sich uns beim Blick aus dem Wagenfenster ein bedeckter Himmel. Nicht ein Sonnenstrahl ist zu sehen. Alles Grau in Grau. Aber es ist trocken. Und das ist ja auch schon etwas. Ich gehe davon aus, dass wir drei Stunden Fahrt vor uns haben, um nach Hause zu kommen. Wenn uns kein Stau einen Strich durch die Rechnung macht. Also bleibt jede Menge Zeit fürs Frühstück, fürs Kaffeetrinken und fürs klar Schiff machen. Doch auch wenn man alle zu erledigenden Punkte in aller Ruhe angeht, irgendwann ist man damit fertig.

Hier gibt's nur Altes
Hier gibt's nur Altes

Also „Leinen los“, auf geht’s. Immer nach Westen. Anfangs läuft alles glatt. In den Ortschaften haben wir die „grüne Welle“ auf unserer Seite. Keine rote Ampel bremst unseren Lauf. Einzig die immer wieder am Straßenrand auftauchenden „Starenkästen“ alter Fertigung und die neuen, die wie Kunstwerke aussehenden Blitzsäulen zügeln unseren Vorwärtsdrang. Ich will mir nicht noch am letzten Tag ein Knöllchen einhandeln. Also hübsch aufs Tempo achten. Dann hat es uns aber doch „erwischt“. Beim Wechsel von der A 7 auf die A 1 fahre ich eine Auffahrt zu früh auf die neue Trasse. Lande auf der Autobahn nach Hamburg statt nach Bremen und gerate damit in einen sechs Kilometer langen Stau. Bis zur nächsten Abfahrt und damit zur Korrektur des Fehlers geht es nun Meter für Meter vorwärts. Im Stop and go, im Schritttempo. Ganz Ungeduldige flitzen auf dem Standstreifen an uns vorbei. Mich juckt’s ebenfalls. Doch ich traue mich nicht. Bei meinem ganz persönlichen Glück steht dann vorn an der Ausfahrt ein Mann in blauer Uniform und bittet mich zur Kasse. So wird meine Geduld auf eine harte Probe gestellt. Nach einer halben Stunde komme ich endlich an der Ausfahrt an. Die bringt mich auf die andere Seite der Autobahn und damit in die richtige Richtung. Erst kurz vor Bremen geraten wir in einen weiteren Stau. Zum Glück löst sich dieser jedoch bald auf. Nun geht es wieder flott voran. In Sittensen verlassen wir die A 1.

Nach zwei Wochen Pause müssen nun auch die Scheibenwischer wieder arbeiten. Anfangs sind es nur ein paar Tröpfchen. Dann kommt es knüppeldick. Die Gummilippen schaffen den Regen kaum, der uns fast die Sicht auf die Straße nimmt. „Das ist nur ein Gewitterschauer“, sehe ich es positiv. Und behalte recht. Nach einigen Kilometern lässt die nasse Fracht vom Himmel nach. Es wird wieder trocken. Trocken erreichen wir unseren Heimatort, parken den Troll zum Entladen vor der Haustür. Calle flitzt im Garten hin und her, schnüffelt hier und schnüffelt dort. Nimmt wieder Besitz von seinem Territorium. Unterdessen packen wir aus, was auszupacken ist. Kurz: Der Alltag hat uns wieder.