Das Hermannsdenkmal für Arminius den Cheruskerfürsten besteht aus zwei Teilen. Aus dem steinernen Sockel (27,26 m) und dem grün schimmerndem, kupfernen Hermann mit 16,06 m Höhe. Sein Schwert ist  7 m hoch und wiegt 11 Zentner, sein Schild misst 10 m und ist 23 Zentner schwer. Gesamtgewicht der Figur 237 Zentner. Bauzeit: 37 Jahre. Nach der Grundsteinlegung 1838 wurde das Denkmal erst 1875 fertiggestellt. Die Gesamtkosten betrugen damals 90.000 Taler.

Die Externsteine
Die Externsteine

Nach einem schmackhaften Mittagstisch beim nahen Felsenwirt, lenken wir unseren Troll in Richtung Externsteine. Wer die sehen will, sollte Ende Juni meiden. Dann wird’s dort eng. Tausende Besucher strömen zur Mittsommernacht zu den die Bäume überragenden Felstürmen. Zu allen Zeiten haben die mächtigen, steinernen Bastionen die Menschen in ihren Bann gezogen. Feuersteingeräte, Klingen und Steinschlagplätze belegen, dass sich bereits vor 10.000 Jahren Menschen dort aufgehalten haben. Die in den Felsen gemeißelten Räume und Reliefs entstanden im frühen 12. Jahrhundert und werden heute als Nachbildungen der heiligen Stätten von Jerusalem gedeutet. Sie dienten als Ersatzwallfahrtsort für Pilger.

Schmale Brücken von Fels zu Fels
Schmale Brücken von Fels zu Fels

Zahlreiche Deutungen gibt es für die Nutzung der Externsteine. Sie reichen von einer Sternwarte bis hin zum Kultplatz. Entstanden sind die 13 Felsen aus Osning-Sandstein vor rund 120 Millionen Jahren. Gegen Ende der Kreidezeit vor 65 Millionen Jahren bewirkte die Kollision zweier Kontinentalplatten die Auffaltung ähnlich wie in den Alpen. Doch auch an anderen Stellen der Hermannshöhen im Teutoburger Wald und im Eggegebirge gibt es geologische „Schwestern“ der Externsteine. Z. B die „Dörenther Klippen“, fast 120 Wanderkilometer entfernt.extern4

Viele Risse in Gestein, und halten doch über Jahrtausende.

Der Löwe als Kriegerdenkmal
Der Löwe als Kriegerdenkmal

Beeindruckt von solcher Naturschönheit machen wir uns auf zum Übernachten in Bad Lippspringe. Haben einen vollen Stellplatz erwartet und finden lediglich zwei Wagen vor. Wir parken ein und sind bereits eine halbe Stunde später auf dem Weg ins Zentrum. Flanieren durch die Fußgängerzone des Heilbades, gönnen uns einen Cappuccino am Marktplatz. Bestaunen den übergroßen Löwen gegenüber dem Rathaus. Damals – während des Zweiten Weltkriegs – wurde der „Stadtlöwe“ als Kriegerdenkmal beschlagnahmt. Sollte eingeschmolzen und zu Munition verarbeitet werden. Nach der Kapitulation und dem Einzug der Amerikaner gelang es dem Rat, aus dem Depot der Alliierten Ersatz zu beschaffen. Die Abordnung durfte sich aus den noch nicht eingeschmolzenen kupfernen Figuren eine passende für ihre Kommune heraussuchen. Dass die Lippspringer damals zum größten Leu griffen, den sie finden konnten und ihn nach Hause karrten, konnten die Befreier von jenseits des Ozeans nicht wissen.

Heilendes Wasser
Heilendes Wasser

Bad Lippspringe lockt jedes Jahr mehr als 300.000 Besucher an. Im Schatten der Burgruine aus dem 14. Jahrhunderts und dazu mitten im Ort entspringt die Lippe. Mit 220 Kilometern der längste Fluss in Nordrhein-Westfalen. Zum guten Ruf der Stadt tragen vier mineralhaltige Heilquellen bei. Außerdem gibt’s optische Reize wie den alten Baumbestand im Arminiuspark, den urwüchsigen Jordanpark oder den Kaiser-Karls-Park. Kuren lässt sich in den fünf im Medizinischem Zentrum zusammengeschlossenen Reha-Kliniken mit 1.000 Betten.