Das Eidersperrwerk
Das Eidersperrwerk

Tönning

Nächste Station unserer März/April-Tour ist Tönning. Auf dem Stellplatz Eiderblick wollen wir übernachten. Stellplatz zwölf und Hund zusätzlich drei Euro, Strom drei Euro. Doch bevor wir das historische Handelszentrum an der Eider anlaufen, geht’s zum Stopp ans Eidersperrwerk. Wir bestaunen den 4,8 km langen Damm, die fünf je 40 Meter breiten Fluttore und die 75 Meter lange Schifffahrtsschleuse. Dann geht’s zum Stellplatz. Aber: Im Gegensatz zu Büsum gibt’s eine überaus freundliche „Empfangs“dame im Comfort-Camp Eider und eine bestens gepflegte WC-Anlage ohne zusätzliche Kosten.

Der Osterbrunnen
Der Osterbrunnen

Es dauert nach dem Einparken direkt an der Eider nur eine Viertelstunde und wir machen uns auf den Weg in die Stadt. Bummeln am Museumshafen entlang. Noch wartet die Wasserfläche zwischen den Kaimauern auf die historischen Schiffe. Die liegen bis auf zwei noch in den Winterlagern. Doch es kann nicht mehr lange dauern, bis sich die Kulisse mit Leben füllt. Mit Booten, mit Urlaubern und Tagesgästen. Deren Zahl vor allem an sommerlich warmen Tagen in die Hunderte, was sage ich, in die Tausende geht. Doch noch herrscht gähnende Leere auf der Piste entlang des Hafens. Ärgerlich aber nicht zu ändern: Der kalte Ostwind hat aufgefrischt. Selbst unter Pullover und winddichter Jacke ist es noch kühl. Gefühlte Temperatur so um die null Grad, in Wirklichkeit so um die sechs bis sieben über Null. Nasskalt ist es außerdem und trübe am gesamten Horizont. Nicht einmal lässt sich an diesem Tag die Sonne blicken.

Der Museumhafen
Der Museumhafen

Wir blicken – allen Witterungsunbilden zum Trotz - auf den österlich geschmückten Marktbrunnen. In diesem Jahr hat der Fleiß der Mädchen und Jungen im Nis-Puk-Kindergarten das Kleinod der Stadt aus dem Jahre 1613 mit bunten Eiern geschmückt. Wir versuchen Informationen von der Touristinfo zu erhalten. Das geht schief. Falsche Uhrzeit. Anscheinend haben hier fast alle Geschäfte – bis auf wenige Ausnahmen – von 12 bis 14 Uhr geschlossen.

Die Laurentiuskirche.
Die Laurentiuskirche.

Lobenswert: Die St.-Laurentius-Kirche hat sogar außerhalb des Gottesdienstes geöffnet, obwohl sie ein Sakralbau der Protestanten ist. Schon von Weitem fällt der 62 Meter hoch aufragende Turm mit der steil aufragenden Barockhaube ins Auge. 1186 erstmals erwähnt, kam sie nach der Reformation in Tönning 1527 zum Protestantismus. Aus der Zeit des Katholizismus stammen offensichtlich der prächtige Altar, die alten großformatigen Bilder an den Wänden und die im Goldglanz  strahlende und reich mit Schnitzereien verzierte Kanzel.

Das Packhaus
Das Packhaus

Unser Weg führt uns durch die kleinen Straßen der Stadt und auf dem Rückweg wieder zum imposanten Baudenkmal – den Tönninger Hafen. Er spiegelt noch heute einen Teil der aufregenden Vergangenheit der kleinen Hafenstadt wider. Ins Auge springt – weil ziemlich wuchtig – das unter Denkmalschutz stehende Kanalpackhaus von 1783. Im ersten Stock mit der Ausstellung der Tönninger Stadtgeschichte samt zahlreichen Exponaten aus Vergangenheit und Gegenwart. Die seit 1740 konzessionierte kleine Holzschiffswerft an der Südwestecke war früher ein wichtiger Betrieb für Neubauten und Reparaturen der heimischen Fischkutterflotte.

Häuser erzählen Geschichte.
Häuser erzählen Geschichte.

Wer will, der kann Tönning – und seine Umgebung – ideal mit dem Fahrrad (wir natürlich mit dem E-Bike) erkunden, kann per Schiff zu den Seehundbänken hinausfahren, kann die teilweise über 250 Jahre alten „Haubarge“ (die alten, friesischen Bauernhäuser) mit ihren Reetdächern ansehen. Kann im Watt wandern (Vorsicht bei aufkommender Flut) oder Angeln. Möglichkeiten gibt’s genug. Zu empfehlen ist auch ein Tag im Multimar mit einem Wattforum, 17 größeren Aquarien mit den Lebensräumen der einheimischen Meeresbewohner und einem Gesamtwasservolumen von 150 Kubikmetern, 18 Sonderaquarien zur Darstellung kleiner Tiere. Neu hinzugekommen ist ein 250.000-Liter-Aquarium mit Panoramascheibe. Spektakulär auch der Vogelzug im Frühjahr und Herbst mit bis zu zwölf Millionen Vögeln, die eine Rast im Wattenmeer einlegen.