Links Wiesen und Wald, rechts Wiesen und Wald. Mit einladenden Tischen unter alten Bäumen . . . und einem kleinen Teich, dem viele Algen an der Oberfläche ein grünes Aussehen gegeben haben. Die Kellnerin, die uns Cappuccino und Kaffee serviert, hat keine Ahnung wo und ob überhaupt sich eine Lahnquelle in der Umgebung befindet. Dafür hat der Wirt im Lokal mehr Wissen auf Lager. „Es gibt drei Quellbereiche. Alle drei münden in den Teich an unserem Sommergarten. Seit 1965 ist das die offizielle Lahnquelle.“ Hat also die Dame in Bad Laasphe doch Recht gehabt. Und der Wirt auch. Ich habe sie gefunden, die echte Quelle der Lahn. Wenn auch erst auf der Rückreise von der Mündung in den Rhein. Aber immerhin, jetzt stimmt die Überschrift. Ich kann mich zufrieden zurücklehnen.

Der Stellplatz
Der Stellplatz

Winterberg

Die Fahrt geht weiter. Gut vierzig Kilometer sind es bis Winterberg. Mal über breite Bundes-, mal über schmale Landstraßen. Ohne Probleme geht’s zum Stellplatz, einem großen, geschotterten Parkplatz für Pkw und Mobile mitten in der Stadt. Acht Euro Gebühr für eine Stellfläche, die ein bisschen Pflege gut vertragen könnte. 50 Cent bringen drei Stunden Strom. Entsorgen und Frischwasser gibt's zum Nulltarif. WC Fehlanzeige. Fünf Minuten sind es zum Marktplatz. Dort herrscht Leben. Die Tische vor den Lokalen sind gut besetzt. In der Einkaufsmeile flanieren Sonntagsausflügler. Bummeln von Fenster zu Fenster. Auch wenn die meisten Geschäfte geschlossen haben. Winterberg hat eben im Winter Hochsaison. Zu der Zeit, wenn Schnee liegt und auf Pisten und Loipen Tausende von Skiläufern und Rodlern ihrem Hobby frönen. Dann klingelt’s in den Kassen. Dann ist auch am Sonntag alles geöffnet. An Sonntagen wie diesem, klingelt es nur bei den vielen Gaststätten und Eiscafés. Wir drehen unsere Runde, kehren am Nachmittag zum Troll zurück. Dann gibt’s nach dem leckeren Eis in der Stadt die traditionelle Teestunde.

Am nächsten Morgen geht’s weiter Richtung Heimat. Mit einem Abstecher nach Heiligenfelde. Unterwegs ist uns die Halterung der Kühlschranktür oben ausgebrochen. Mit Geschick lässt sie sich zwar schließen, aber das kann kein Dauerzustand sein. Mal sehen, ob uns Mehmed helfen kann. Eigentlich weiß er immer Rat. Und ebenso wichtig: Hilft „aus dem Stand heraus“, ohne tage- oder wochenlanges Warten auf einen Werkstatttermin. Gegen Mittag treffen wir bei ihm ein. Innerhalb einer Stunde hat er die Tür ausgebaut, die Aufhängung repariert und etwas später sogar noch den Wagen gewaschen. Das nenne ich Kundendienst. Am Spätnachmittag treffen wir wohlbehalten Zuhause ein. Der Alltag hat uns wieder.