Gepflegtes Fachwerk
Gepflegtes Fachwerk

Zur Geschichte: Perleberg war von 1359 bis 1447 Mitglied der Hanse. Der gehörten Fernhandelskaufleute aus rund 170 kleinen und großen Städten an, die heute in sieben europäischen Staaten liegen. Nahrungsmittel, Rohstoffe aus Nord- und Osteuropa (Pelze, Wachs, Fisch, Teer), Luxus- und Fertigprodukte des Westens und Südens (Tuche, Metallwaren, Gewürze) kauften und verkauften die Hanseaten. Perleberg war mit Bier, Tuchen, Pottasche, Holz und Getreide dabei. Der Dreißigjährige Krieg setzte dem ein Ende. Erst ein Jahrhundert später hatte sich die Stadt davon erholt. 1730 kamen wieder fremde Händler in die Stadt auf die drei Jahrmärkte im Frühjahr, Sommer und Herbst.

Am Kirchplatz befinden sich die ältesten Fachwerkhäuser der Stadt. Angesehene Bürger beanspruchten in der Nähe von Kirche und Rathaus die besten Grundstücke, um darauf ihre Gebäude zu errichten. Aus dem 16. Jahrhundert sind die Giebelhäuser mit schmuckreichen Fassaden. Neben detailreichen Schnitzereien erzählen Spruchbalken von Bauherrn, enthalten Glaubensbekenntnisse und Hoffnungen.

Resümee

Mit dem Besuch Perlebergs endet unsere Reise durch die Prignitz. Wir haben eine Landschaft gesehen, die unserer Heimat zwischen Bremen und Bremerhaven ähnlich ist. Eben und mit weiten Wiesen und Äckern. Mit Wasserläufen, Teichen und großen Kiefernwäldern. Überraschend für uns die vielen Kornblumen und der Klatschmohn in den Getreidefeldern und am Straßenrand. Wildblumen, die bei uns schon vor Jahren der chemischen Keule zum Opfer gefallen sind. Ähnlich wie in unserem Landkreis ist auch die Mentalität der Bewohner. Wir haben freundliche und hilfsbereite Menschen getroffen, mit denen wir uns gut, ja bestens unterhalten konnten. Haben Dörfer gesehen, die sich 25 Jahre nach der Wiedervereinigung in nichts von denen im Westen unterscheiden. Haben aber auch gesehen, dass es überwiegend in den Städten viele Laden-Leerstände, viele vor sich hingammelnde und langsam in sich zusammenfallende Häuser gibt. Aus verschiedenen Gründen. Aufgefallen ist uns auch, dass uns auf unserer Fahrt kreuz und quer durch die Prignitz erstaunlich wenig Wohnmobile begegneten. Dass wir anders als an Nord- und Ostsee, anders als an Rhein und Mosel immer einen freien Stellplatz fanden. Auch wenn es nur zwei oder drei Plätze in der angefahrenen Ortschaft oder Stadt gab. Bis auf Ausnahmen haben wir bei den Übernachtungen allein gestanden.

Ich bin mir sicher, dass wir nicht zum letzten Male diese Landschaft im wahrsten Sinne des Wortes erfahren haben. Wir kommen wieder. Nicht morgen, aber vielleicht übermorgen.