Über Jahrhunderte lebten die Büsumer hauptsächlich von Fischfang und Landwirtschaft. Im 19. Jahrhundert kam der Fremdenverkehr als neue Einnahmequelle hinzu: Der seichte Nordseestrand zog immer mehr Besucher an. Ab 1818 ließen die Büsumer erste Badekarren aufstellen. Später ersetzten sie die Karren durch stabilere Badehäuschen, die weniger flutgefährdet waren. Der Nordseetourismus kam in Schwung. Am 1. Juli 1837 erschien erstmals ein Bericht in der ,,Dithmarsischen Zeitung", der Büsum als Seebad würdigte. Dieses Datum gilt heute als Gründungsjahr.

Mit der Eisenbahnanbindung kamen die Feriengäste. Die Anreise war damals noch alles andere als bequem. Mit der Kutsche dauerte sie von Hamburg aus drei Tage. Im Jahr 1883 erhielt Büsum, als erstes Seebad Deutschlands, eine Bahnstation - ein gewaltiger Schritt nach vorn für den Ferienort: Mit der verbesserten Verkehrsanbindung des Ortes nahm die Bedeutung des Fremdenverkehrs für Büsum stark zu. 1890 erschien ein erster Werbeprospekt, 1896 begann Büsum, eine Kurtaxe zu erheben. Ende des 19. Jahrhunderts zählte der Ort bereits 8.500 Übernachtungen pro Jahr. Zugleich boomte die Krabbenfischerei: Ab 1890 siedelte sich eine wichtige Krabbenschiffflotte an, Büsumer Krabben wurden zum Markenzeichen.

Bis heute prägen die Krabbenkutter - neben Seenotkreuzern, Museums- und Ausflugsschiffen - das Hafenbild. Krabbenbrötchen essen und an Hafen und Grünstrand promenieren, außerdem Watt wandern und Baden in der seichten Nordsee - diese Mischung zieht bis heute jedes Jahr Hundert-tausende Gäste an. Heute zählt Büsum mehr als eine Million Übernachtungen jährlich.

Die Einrichtung eines Seebades ließ sich ohne Genehmigung der Obrigkeit und ohne Gönner sowie Geldgeber nicht bewerkstelligen. Der Adel war es auch, der in Norddeutschland das erste Seebad gründete. In Doberan - auf dem Heiligen Damm - stieg im Sommer 1793 Friedrich Franz I., Herzog von Mecklenburg-Schwerin, auf Anraten seines Leibarztes Professor Samuel Gottlieb Vogel mit seinem Gefolge in die Fluten. Was mit einem Zelt und einem Wagenschuppen 1794 begann, wurde zum sommerlichen Treff der weiten Welt: In wenigen Jahren wurde das Seebad Treffpunkt adliger Prominenz aus dem In- und Ausland, die ihr Geld im Kasino und auf der Rennbahn ließ und dem Landesvater Gewinne bescherte.

Anfangs badeten die Gäste von kleinen Badeschiffen oder Schaluppen aus, die im flachen Wasser verankert waren. Die Badewilligen wurden in einen Käfig im Rumpf des Schiffes, den sogenannten Aalkasten, gesteckt und untergetaucht. Der Nachteil daran: Diese Käfige taugten nicht bei stürmischem Wetter, Badegäste wurden häufig darin seekrank und allzu korpulente Personen passten nicht hinein. Die Alternative waren Badekarren, die es ab 1797 auch in Deutschland gab. Einer der berühmtesten Badegäste auf Föhr, der dänische Dichter Hans-Christian Andersen, schrieb 1844: ,,.Ich hatte den ganzen Tag gebadet. Es ist vergnüglich arrangiert, man kommt in ein kleines Badehäuschen hinein, und während man sich auszieht, reitet ein Knecht ein Pferd, welches das ganze Haus weit ins Meer zieht."

Doch trotz der neu geschaffenen Naturerlebnisse sorgten sich die Menschen um Sitte und Moral. Aufgrund der Prüderie hielten sie sich streng an Regeln. Das bedeutete, Männer und Frauen badeten getrennt und stets vom Badekarren oder einer Badekabine am Strand aus. Schirme oder Bretterzäune sorgten für zusätzlichen Sichtschutz, denn auf Anraten der Ärzte badeten die meisten Gäste nackt.

Aus Höners Köpi Website: ,,Ob Frühjahr, Sommer, Herbst oder Winter - ein Urlaub in Büsum ist immer auch ein Urlaub im Wechsel der Gezeiten. Inspiriert vom faszinierenden Spiel zwischen Ebbe und Flut. Getragen vom mitreißenden Charme eines Fischerdorfes mit seinem nordisch-maritimen Ambiente. In Büsum haben Entspannung, Erholung und Erlebnis immer Saison. Bereits seit 1837 trägt Büsum den Titel Nordseebad. Seither entwickelte sich das kleine Fischerdorf an der Dithmarscher Küste zu einem beliebten und lebendigen Kur- und Urlaubsort, der seinen natürlichen Charakter bis heute erhalten hat. Was nicht zuletzt auch an den zahlreichen naturgegebenen Attraktionen Büsums liegt. Attraktionen wie der 3,5 Kilometer lange Grünstrand oder der über 100.000 Quadratmeter große Sandstrand in der ,Perlebucht', die mit ihren mehr als 2.000 Strandkörben zum ausgiebigen Sonnenbaden einladen.“

Doch Büsum wäre nicht Büsum, wenn es nicht auch bei Ebbe eine Flut an Angeboten für seine Gäste bereit hielte. So kann man sich beispielsweise im Gesundheits- und Thalassozentrums „Vitamaris“ bei einer entspannenden Massage verwöhnen lassen und den Alltagsstress hinter sich lassen.  Für Abenteurer und Erholer eignet sich das direkt am Deich gelegene Erlebnisbad „Piraten Meer“ mit einer 110 Meter langen Wasserrutsche und einer vielseitigen Saunalandschaft. Die Entstehung einer Sturmflut, der Wechsel der Gezeiten und vieles mehr wird in der Sturmflutenwelt „Blanker Hans“ erlebbar gemacht. Bis Ende 2015, dann wird die Attraktion vorerst geschlossen.

Ein beliebter Treffpunkt für die rund 4800 Einwohner Büsums und ihre Gäste ist der Museumshafen - die neue Heimat für zahlreiche alte und ausgediente Schiffe ist. Die Gastlichkeit, ein typisches Merkmal in Büsum, ist besonders durch die schönen und gepflegten Gasthäuser erkennbar. Die exzellente Hotellerie und die Restaurants bieten Gaumenfreuden von heimischer Kost, wie Krabbenbrot und Kutterscholle bis hin zu internationalen Gerichten.

Und wer nach so viel Genuss noch ein bisschen Nordseeluft tanken möchte, dem sei ein abendlicher Strandspaziergang wärmstens empfohlen. Denn hier erwarten einen nicht nur Wind, Wasser, Wellen und Weite, sondern nicht selten auch eines der schönsten Naturphänomene, das die Nordsee zu bieten hat: den Büsumer Sonnenuntergang.

1950 lag die Zahl bei 3.857 Kurgästen, die für 33.991 Übernachtungen sorgten, schon bis 1953 war sie auf 7.097 Kurgäste gestiegen. Am Ende des 20. Jahrhunderts sorgen etwa 160.000 Gäste für 1,6 Millionen Übernachtungen. Büsum war lange Zeit der einzige Nordseeurlaubsort südlich von St. Peter-Ording. Die Dominanz des Ortes schränkten erst Campingwagen ein, die sich auch im näheren Umland aufstellten und auf eine weniger anspruchsvolle Infrastruktur angewiesen waren. Städtebaulich schlug sich der Tourismus auch nieder. So prägen Ferienwohnungen das Stadtbild, die Hafenanlagen veränderten durch Großbauten wie Kurmittelhaus, Haus des Kurgasts und Schwimmbad vollkommen ihr Gesicht, und deutlich sichtbar im weiten flachen Umland ist das 1972 gebaute Hochhaus.

Das Wattenmeer Die UNESCO, die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation, hat das Wattenmeer Ende Juni 2009 in die Liste des Welterbes aufgenommen. Damit steht das Wattenmeer auf einer Stufe mit anderen weltberühmten Naturwundern wie dem Grand Canyon in den USA und dem Great Barrier Reef in Australien, die ebenfalls zum Weltnaturerbe gehören Das Wattenmeer ist eine außergewöhnlich dynamische Landschaft. Nirgendwo auf der Welt hat sich unter dem Einfluss der Gezeiten eine vielfältigere Landschaft entwickelt, die sich noch heute immer wieder verändert. Ein ausgedehntes System aus großen Wattströmen und kleinen Prielen durchzieht weite Wattflächen und säumt feste, trocken fallende Sände. Muschelbänke, dichte Seegraswiesen und weiches Schlickwatt bieten vielen Tieren Nahrung. Blühende Salzwiesen im ausgedehnten Deichvorland und auf Inseln und Halligen wechseln ab mit weißen Stränden und Dünen. Diese Vielseitigkeit der Landschaft macht das Wattenmeer zu einem einzigartigen Lebensraum für mehr als 10.000 Tier- und Pflanzenarten. Für Millionen von Zugvögeln ist das Wattenmeer als Zwischenstopp und Rastgebiet unverzichtbar.