Vor Amrum und St. Peter-Ording verläuft das sogenannte Farbstreifen-sandwatt. Es ist eines der ältesten Ökosysteme der Welt und besteht aus Anhäufungen winziger Organismen. Verschiedene Bakterienarten bilden zusammen grüne, purpurrote und schwarze Schichten. In dem Farbstreifensandwatt leben winzige und hoch spezialisierte Muschel- und Ruderfußkrebse, Faden- und Strudelwürmer sowie Räder- und Wimpertierchen, die nur unter dem Mikroskop zu erkennen sind. Die Tierarten dieser besonderen Wattflächen gibt es in dieser Zusammensetzung nirgends sonst.

Damit steht das Wattenmeer auf der Liste mit knapp 200 Naturdenkmälern, die laut Unesco so einzigartig und schützenswert sind, dass sie der Menschheit erhalten bleiben sollen. Strengere Vorschriften oder Naturschutzgesetze sind mit der Ernennung aber nicht verbunden. Die Welterbe-Auszeichnung gilt als Anerkennung bestehender Schutzbemühungen und ist mit weltweiter Aufmerksamkeit verbunden.

Der Aufschwung als Seebad und die beherrschende Stellung, die der Fremdenverkehr auf den Ort ausüben sollte, begann sich Ende des 19. Jahrhunderts zu entwickeln, als die Verkehrsanbindung an das Festland besser wurde. 1872 wurde die Straße nach Heide über Wöhrden mit Klinkern gepflastert und 1883 entstand die Eisenbahnstrecke von Heide. Die Bürger und die Gemeinde reagierten, indem 1889 eine Gemeinschaft von 32 Bürgern die Badeanlagen vom „Hotel Stadt Hamburg“ kauften. 1890 erschien der erste Prospekt für den Ort, 1891 das erste Werbeplakat. Seit 1896 leitete die Gemeinde selbst das Badewesen und begann auch in jenem Jahr eine Kurtaxe zu erheben. Am Ende des 19. Jahrhunderts bewirkten 300 Gäste 8.500 Übernachtungen. Badeten Männer und Frauen bis 1902 noch getrennt, schlug Propst Heesch, angeregt durch positive Erfahrungen auf Helgoland und Sylt, vor, auch in Büsum ein gemischtgeschlechtliches Familienbad einzuführen. Schon 1903 konnte die Gemeinde die ersten acht Umkleidekabinen für Damen am künftigen Familienstrand errichten. „Zur Wahrung von Anstand und Sitte“ erließ sie unter anderem Vorschriften, die das Fotografieren ebenso verboten wie den Besuch des Familienstrandes durch Einzelpersonen. Damen und Herren mussten hochgeschlossene Anzüge aus undurchlässigem Stoff tragen, „der bei Nässe nicht am Körper klebte“. 1904 ließ die Gemeinde einen Sandstrand aufschütten, der den bisherigen Wiesenstrand ergänzte. Sowohl Familien- als auch Sandstrand waren erfolgreich; denn bereits im Jahr 1911 kamen 6.000 Gäste, die in Folge (nacheinander) 2.083 Gästebetten belegten. Nach dem Ersten Weltkrieg ergänzte die Gemeinde das Angebot mit Ausflugsfahrten zur Insel Helgoland.

1950 betrug die Zahl der Kurgäste 3.857, die für 33.991 Übernachtungen sorgten. Schon bis 1953 war die Zahl auf 7.097 Kurgäste gestiegen. Zum Ende des 20. Jahrhunderts sorgten jährlich etwa 160.000 Gäste für 1,6 Millionen Übernachtungen.

Nachdem Dithmarschen schon vor 1933 eine „Hochburg“ der Nationalsozialisten gewesen war und die NSDAP bei den Reichstagswahlen 1932 60 Prozent der Stimmen erhalten hatte, kamen Büsum (und das benachbarte Wesselburen) 1965 in den Fokus der bundesweiten Öffentlichkeit. Beide Städte weigerten sich längere Zeit, eine nach dem Dithmarscher NS-Kulturpolitiker Adolf Bartels benannte Straße umzubenennen. Am Büsumer Nordsee-Gymnasium wurden darüber hinaus drei Lehrer suspendiert. Diese hatten unter anderem behauptet, dass „die Amerikaner die Gasöfen in den Konzentrationslagern erst nach Kriegsschluss montiert hätten, um den Deutschen die Judenvernichtung in die Schuhe schieben zu können“, Schüler zu einem „Auschwitz-Spiel“ aufgefordert oder auch Schülern verboten, sich positiv über Israel oder Anne Frank zu äußern.

Nach Sankt Peter-Ording, Westerland auf Sylt sowie den Ostseebädern Grömitz und Timmendorfer Strand steht Büsum an fünfter Stelle der Übernachtungszahlen in Schleswig-Holstein. Die Gäste kommen zu 99,5 Prozent aus Deutschland, die Anzahl der ausländischen Gäste ist mit 480 ungewöhnlich niedrig.

Für das Ortsbild prägend, wenn auch mit nachlassender wirtschaftlicher Bedeutung, ist die Krabbenfischerei. Diese entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts in Büsum, als es möglich wurde, die leicht verderblichen Tiere zu kühlen und schnell ins Inland zu transportieren. Die Büsumer Fischereigesellschaft wurde 1898 gegründet. Dabei ist die Zahl der Büsumer Krabbenfischer gesunken: Waren zu den Hoch-Zeiten 1948 noch 136 Kutter registriert, sanken die Zahlen bis 1973 auf 75 Schiffe, 1998 waren es noch 34 und 2008 dann noch 20. Viele Boote, die im Hafen liegen, kommen mittlerweile aus Friedrichskoog oder den Niederlanden, wobei die Büsumer den Niederländern einen sehr laxen Umgang mit den europäischen Fischereirichtlinien vorwerfen. Die Erträge gehen nach einem Anstieg bis 2005 wieder zurück, so sank die Fangmenge an Krabben an der schleswig-holsteinischen Westküste 2007 auf 5,9 Millionen Tonnen gegenüber 7,1 Mio. Tonnen 2006 und 7,8 Mio. Tonnen 2005 und folgte damit einem langfristigen Rückgang.

Größte Abnehmer am Büsumer Hafen sind zwei ebenfalls niederländische Unternehmen: Heiploeg, das auch die ehemalige Büsumer Fischereigenossenschaft aufkaufte, und Klaas Puul. Die beiden Unternehmen beherrschen mittlerweile bis zu neunzig Prozent des Krabbenmarkts; in den letzten Jahren gab es deshalb immer wieder dramatische Preisänderungen. Kleinere Unternehmen sind Gustav Rentel und Krabben-Kock in Büsum sowie Stührk-Delikatessen in Marne. War das Krabbenpulen lange Zeit ein ertragreicher Nebenverdienst vor allem für Büsumer Hausfrauen, hat sich dieses Bild seit den 1960-er Jahren gewandelt. Büsumer Krabben kommen entweder per Lkw (Unternehmen Klaas Puul) oder Schiff (Heiploeg) nach Marokko oder Osteuropa, werden dort gepult und dann wieder zurück auf den deutschen Markt gebracht. Nachdem die Anfangsprobleme überwunden waren, stehen mittlerweile aber auch schon zwei Krabbenpulmaschinen in Büsum.

Zur Unterstützung insbesondere der Krabbenfischerei hatte die Landesregierung beschlossen, den Ausbau des Landeshafens zu fördern. Am 30. Januar 2012 erfolgte der erste Rammschlag zum Ausbau der Uferböschung des Hafenbeckens IV zu einer neuen Kaianlage für acht neue Kutter-Liegeplätze. Für die ca. 225 Meter lange Anlage, die Ausbaggerung des Hafenbeckens auf die erforderlichen 5,5 Meter Wassertiefe sowie weitere landseitige Anpassungen wurden 2012/2013 ca. 3,1 Millionen Euro investiert. Der Ausbau wurde mit Mitteln des Europäischen Fischereifonds (EEF) gefördert.

Büsum besitzt nach Brunsbüttel den größten Hafen an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. Durch den Gezeitenstrom Piep (Norderpiep in Richtung Eider und Nordfriesland, Süderpiep gen Helgoland und Elbmündung) ist die Fahrt durch das Wattenmeer in die offene Nordsee möglich. Bei normalem Wetter können auch bei Niedrigwasser Schiffe bis zwei Meter Tiefgang anlegen.

Hier liegen vor allem Ausflugsschiffe, die unter anderem nach Helgoland fahren, und Krabbenkutter. Das Büsumer Fischereikennzeichen ist „SC“, im Hafen liegen aber nicht nur Büsumer Kutter, sondern je nach Fanglage auch solche aus Friedrichskoog und zunehmend auch größere Fahrzeuge aus den Niederlanden. So befanden sich im Juni 2008 beispielsweise zusätzlich zu den 25 Büsumer Kuttern noch je 50 aus dem übrigen Deutschland und 50 Kutter aus den Niederlanden im Hafen. Vor einem Jahr fuhren von Büsum aus rund 35 bis 40 Fischkutter.