Museumshafen ,,Lassen Sie die Vergangenheit wieder wach werden“, wirbt der Ort um Feriengäste im Internet. ,,Im Ortskern von Caroli-nensiel liegt der Museums-hafen. Hier liegen viele historische Plattboden-Segler umgeben von einer Kulisse aus überwiegend typisch friesischen Gebäuden. Zu seiner Blütezeit im 18. und 19. Jahrhundert hatte der Hafen als zweitgrößter ostfriesischer Siel- und Handelshafen eine wichtige Bedeutung für die gesamte Schifffahrt. Durch den Harlesieler Hafen wertlos geworden, wurde er zugeschüttet. Am 9. September 1987 wurde er neu eröffnet. Ein besonderer Höhepunkt ist das jährlich, jeweils am zweiten Wochenende im August stattfindende Sielhafenfest, ein beliebtes Treffen von Traditionsschiffen.
Sehenswert ist darüber hinaus die ca. zwei Kilometer lange ,Harle-Promenade’ vorbei an zahlreichen Cafés, Teestuben und Restaurants, alle mit Blick auf die Harle. Weiter geht es zur Friedrichsschleuse, einer Klappbrücke im holländischen Stil. Hier beginnt der Yachthafen, in dem Segelschiffe und Motoryachten während der Sommersaison beheimatet sind." Den gleichen Weg könnten wir auch mit dem Raddampfer ,Concordia II’, einem Nachbau der alten Concordia I von 1854 antreten. Er verkehrt im Pendelverkehr vom Yachthafen in Harlesiel durch die Friedrichsschleuse vorbei am Haus des Gastes bis zum Museumshafen in Carolinensiel. Weiter über den Deich am Sieltor erreichen wir den Außenhafen. Hier nehmen die Krabbenkutter Kurs auf die Nordsee und starten die Ausflugsschiffe ins Wattenmeer zu den Seehundbänken oder zur Insel Wangerooge. Nun sind wir auch am feinsandigen Strand von Carolinensiel/Harlesiel angelangt. ,,Der Strand mit seinen Strandkörben lädt sommertags zum Sonnenbaden sowie zu langen Spaziergängen und die Nordsee zum baden und schwimmen ein.“ Aber die ausholende Eigenwerbung der ostfriesischen Kommune verschweigt: Strand und Deichwanderung mit Hund geht gar nicht.

Vom Leben an Land erzählt das ,,Kapitänshaus“, in dem die gute Stube einer Kapitänsfamilie gezeigt wird. Zur Ausstellung gehören auch die Hafenapotheke, ein ehemaliger Kaufmannsladen und eine Seemannskneipe. Im ,,Marie-Ulfers-Zimmer“ können Trauungen vorgenommen werden. Die ,,Alte Pastorei“ beherbergt eine Dauerausstellung über das maritime Handwerk zu den Handwerksberufen Schiffszimmerer, Schmied, Seiler und Segelmacher. Daneben gibt es eine Sammlung originalgetreuer Modelle historischer Segelschiffe und die Gemäldegalerie ,,Mensch und Meer“. Die vier Gebäude des Museums stehen unter Denkmalschutz.

Besucherkommentare
,,Wir waren mit uns Willikind dort im Urlaub und ich muss sagen, ich war echt enttäuscht. Alles was ein bissel auch nur im Ansatz grün aussah, war mit dickem Stacheldraht eingezäunt und von Kühen und Schafen bewohnt. Außerdem herrschte selbst am Hundestrand Leinenpflicht, an vielen Cafes und Restaurants lachte uns das Schild ,Hunde nicht erwünscht’ entgegen. Als wir dann ein Strandcafé gefunden hatten, wo auch Hundi mit auf die Terrasse durfte und wir nach einem Schälchen Wasser fragten, wollten die Leut’ 50 Cent dafür. Die Deiche durften mit Hund auch nicht betreten werden, da ja dort die Riesenschafe grasten. Ach so, eins hätt’ ich noch glatt vergessen, am Hundestrand wurde Eintritt verlangt. Für den Kampfdackel haben wir genau so viel bezahlt wie für uns zwei Menschen zusammen. LG Heidi Marlene“

,,Ich kann das bestätigen, außer dass man am Hundestrand 20 Cent mehr haben wollte für Hund als für Mensch. Es kann aber sein, dass es Weihnachten dann nicht mehr so extrem ist, die Saison geht von April bis Oktober. Am besten hat mir bis jetzt Greetsiel und Schillig gefallen. Greetsiel ist ein schönes altes Fischerdorf und alle waren sehr hundefreundlich. Vokahund
,,Huhu, also ich als Nordlicht kann vielleicht etwas dazu sagen: Die Badeorte Greetsiel, Schillig sind halt im Sommer sehr überlaufen. Bei vielen kommen Hunde da manchmal nicht gut an, aber es gibt auch tolle Ecken!! Man muss sie nur kennen. Aber im Winter sieht alles anders aus, da wird auch am Strand kein Eintritt mehr verlangt und Hunde sind überall willkommen. Wie wäre es denn mit Dangast? Da gibt es eine Domiziell, man könnte es mit den kleinen gallischen Dorf vergleichen, wo man als Mensch und als Hund nichts am Strand bezahlen muss! Ok, es gibt keine Strandkörbe, aber dafür am alten Kurhaus gratis Wasser für die Hunde und einen Schlauch zum Abspritzen der Hunde, wenn sie mal zu dreckig geworden sind. Ins alte Kurhaus dürfen auch Hunde, aber bitte immer an der Leine. Denn dort gibt es soviel Gewusel von Mensch und Tier, das würde sonst ein Chaos geben. Derschwager

,,Zum Urlaub an der deutschen Nordseeküste muss man zunächst berücksichtigen, dass wegen der Deichbewirtschaftung der Deich für Hunde grundsätzlich tabu ist. Dies ist aber doch nichts Ungewöhnliches, da Deiche an Ems und gar hier im Ruhrgebiet an Ruhr und Rhein im Vorgelände an Schafzüchter verpachtet sind, die Hausrecht haben. Greetsiel ist zwar sehr hundefreundlich. Aber dort gibt es ja bekanntermaßen keinen Strand. Besser wird es dann in Neßmersiel, wo ein Hundestrand mit Rundwanderweg eingerichtet ist. Welpenprägebereich und eingezäunte Tobewiesen sind vorhanden.
In Neuharlingersiel mit seinem tollen Hafen gibt es keinen Hundestrand. Der nächste Hafen ist eben Carolinensiel. Vorteil: Weil es dort drei Geschäftsstraßen gibt mit allen möglichen Geschäften des täglichen Lebens. Dort gibt es zwar auch keinen ausgewiesenen Hundestrand. Aber außerhalb der Saison darf der Vierbeiner sehr wohl an den Strand! Es sind auch Hundekotbeutel-Automaten vorhanden. Ansonsten gibt es für einen Spaziergang die rund 2 km lange Promenade direkt an der Harle entlang. Bis auf einen kurzen Bereich am Yachthafen in Harlesiel gibt es an der Promenade keinen Autoverkehr. Wem das nicht reicht, der kann auch von Carolinensiel landeinwärts auf unbefestigten Wegen an der Harle entlang laufen, wo unser Retriever seine spezielle Anschleichtechnik
entwickeln kann, um Enten aufzuscheuchen. Wenn auch die deutsche Nordseeküste im Hinblick auf Hundefreundlichkeit nicht mit beispielsweise Dänemark oder den Niederlanden mithalten kann, spricht für die deutsche Nordseeküste die schnelle Erreichbarkeit (von Duisburg aus rund 300 km).“

Nun geht unsere Reise weiter Richtung Osten. Vom Harlingerland in Ostfriesland nach Friesland, genauer : ins Wangerland.

Auf ins Wangerland
In der Eigenwerbung des Wangerlandes, der flächenmäßig größten Gemeinde des Landkreises Friesland heißt es: Schönes, flaches Wangerland an der Nordsee, mit Orten wie Hooksiel und Hohenkirchen, Wiarden und Wüppels, wo die Traktoren knattern und das Bier friesisch herb schmeckt, da wird gefeudelt, geklönt, geschnackt und rund um die Uhr „Moin“ gesagt. Die Begrüßung ist längst über die Grenzen hinaus salonfähig, denn seit den 80-er Jahren ist das „Moin“ fester Bestandteil im Duden, und spätestens damit hat ein Wort es ja irgendwie geschafft. „Moin“ sagen ist typisch norddeutsch, und das kann man hier oben in der Region den ganzen Tag. „Moin“ bedeutet nämlich nicht „morgens“ sondern kommt vom Mittelniederdeutschen Wort „moi“, das bedeutet „schön, angenehm“.

Den Friesen wird auch eine ganze Menge nachgesagt: dass sie immer mit Friesennerz und Gummistiefeln rumlaufen; dass sie Kühe als Sport über die Weiden schubsen; Schollen im Watt braten; dass sie mehr als drei Sorten Fisch kennen; wissen wie man Krabben richtig pult; dass sie gerne Bollerwagentouren machen, boßeln um anschließend Grünkohl mit Pinkel zu essen; dass sie ohne mit der Wimper zu zucken Labskaus essen können; dass sie wegen des vielen Regens nicht suizidgefährdet sind; neben Jever Pilsener und steifen Grog nur Tee mit Kluntje trinken und alle überdurchschnittlich groß und blond sind. Ach ja und kühl sollen sie sein. Und wortkarg. Humor? Nicht vorhanden. Und wenn doch, dann versteht ihn keiner.
Wer wissen will, ob das stimmt, sollte das Wangerland besuchen. Ohne Ausdrücke wie rammdösig, schnacken, loopen und dun wäre die Sprache doch viel zu nüchtern. Wenn wir einem Wangerländer ein Lächeln entlocken wollen, dann loben wir seine Region. Wenn er dann anfängt zu queesen, also rumzunörgeln, dann lächeln wir ihn einfach an. Viele Wangerländer sprechen Plattdeutsch, und wer Platt spricht, darf fast immer ungestraft beleidigen: Ausdrücke wie Torfkopp, Töffel oder Bangbüx klingen geradezu sympathisch. Kein Vergleich zu „Vollidiot“, „Blödmann“ oder „Feigling“. Denn auch hier oben gilt: „Scheiße“ sagt man nicht. Aber „Schiet“, das darf man sagen.

Wir haben keinen Grund, um halb zehn „so’n Schiet“ zu sagen, als wir uns auf den Weg Richtung Minsen machen, um dem lütten Seewiefken Moin zu sagen. Vom blauen und wolkenlosen Himmel strahlt die Sonne. Die Brise des Vortags ist einem lauen Lüftchen gewichen und die Temperaturen auf sommerliche Höhen geklettert.
Ach was sage ich: Kein sommerliches, sondern ein echt  hochsommerliches Wetter lädt uns an diesem Morgen zur Weiterfahrt ein. Ich muss es allerdings langsam angehen lassen. Ingrid nimmt mir das Leeren der Toilettenkassette ab. Damit sie sich nicht allein auf den gut hundert Meter langen Weg zum Ausguss machen muss, begleite ich sie, kann ihr aber an diesem Morgen aber leider nur verbal beistehen. Mir bleibt bei der geringsten Anstrengung die Luft weg. Da haben mir die üblichen Pülverchen nach dem Aufstehen nicht geholfen. Nur langsam, ganz langsam komme ich ,,in Fahrt“. Aber irgendwann starte ich durch. Es sind nur wenige Kilometer nach Norderaltendeich. Ein Eingeborener weist mir in Minsen den Weg. Dann steuern wir geradenwegs auf die in Bronze gegossene Sagengestalt zu, die seit etlichen Jahren auf ihrem Sockel in Richtung Dorf schaut.


Minsen Auch wenn Minsen-Förrien sehr übersichtlich ist, gibt es in dem kleinen Ort eine ganze Menge zu entdecken. Auf hoher Wurt findet man in Minsen zum Beispiel die St.-Severinus-und-Jacobuskirche, die im 13. Jahrhundert erbaut wurde und heute durch den hervorragenden Altar aus dem 17. Jahrhundert und das Dekkenfresko aus dem Mittelalter Anziehungspunkt ist. Die Kirche liegt auch auf der Strecke des Pilgerweges. Ein paar Schritte weiter findet man ein Gästehaus, das sehenswerte Nationalparkhaus mit Nordseeaquarien und Informationen zum Nationalpark und UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer sowie eine Dauerausstellung zum Thema erneuerbare Energien. Ganz in der Nähe von Minsen- Förrien, in Norderaltendeich, befindet sich das Wangerländer Wahrzeichen – das Seewiefken. Die Bronzeplastik einer Meerjungfrau, die auch das Wangerländer Gemeindewappen ziert. Seit 1992 steht sie auf einem Sockel mit dem Rücken zum Meer gerichtet, mit stolzem Blick auf die Kirche der Ortschaft Minsen. Karin Mennen, eine in Horum lebende Künstlerin hat die Skulptur geschaffen.
Als eine Art Geheimtipp im friesischen Wangerland darf der beschauliche Küstenbadeort Minsen gelten, der nur etwa 600 Einwohner zählt und durch schmucke Klinker, liebevoll gepflegte Vorgärten sowie behagliche Ferienquartiere besticht. Und natürlich durch das küstentypische Reizklima, das die Abwehrkräfte mobilisiert und stabilisiert. Aufgrund seiner Halbinsellage ist Minsen, das der ostfriesischen Insel Wangerooge auf Sichtweite gegenüber liegt, von Petrus immer etwas begünstigt.

 

Die Sage

Das alte Kirchdorf Minsen lag vor der jeverländischen Küste, zwischen dem Fahrwasser der Außenjade und der Blauen Balje. Einst hatten die Minser eine Meermaid gefangen, schleppten sie aufs Land und machten sich einen Spaß daraus, sie auf alle erdenkliche Weise zu quälen. Soviel sie auch bitten und betteln mochte, man ließ sie nicht wieder zurück ins Wasser. Endlich beschloss man, sie freizulassen, wenn sie ein Mittel gegen alle Not und Armut sagte. Da sprach die Seejungfer rätselhafte Worte: „Kölln oder Dill, ik segg jo nich wo´t got för is, un wenn ji mi ok fillt!“ In einem unbewachten Augenblick vermochte sie ihren Peinigern zu entgleiten und entwischte über das Watt, schneller als eine Schwalbe oder ein Pfeil.

Die Leute sahen verwundert ihr blau-grünes Haar auf ihren weißen Schultern tanzen. Als sie nun wieder im Wasser war, wandte sie ihren Kopf noch einmal zum Lande, und ihre Augen funkelten unbeschreiblich. Dann tauchte sie ihre weiße Hand in die See spritzte Tropfen gegen die Dünen des Dorfes. Plötzlich verschwand sie in den Wogen der Jade. Wind und Wasser waren merkwürdig ruhig. Am anderen Morgen war alles grüne Land von Minsen weiß wie mit Schnee bedeckt. Dicht aneinandergedrängt saßen und standen dort Tausende und Abertausende von Möwen. So viele Seemöwen hatten die Dorfbewohner noch niemals gesehen und niemand konnte begreifen, was das bedeuten solle. Gegen Mittag zogen im Westen dunkle Wolken auf, und der Himmel verfinsterte sich immer mehr. Zugleich erhob sich ein Brausewind und es fielen Regentropfen, die prasselten wie Erbsen gegen die Fensterscheiben. Die Seemöwen flogen scharenweise über das Dorf hinweg und ihr Kreischen übertönte den heulenden Sturm. Das Unwetter dauerte die ganze Nacht hindurch. Derweil schwoll die Flut immer höher. In den Morgenstunden sprang der Wind nach Nordwesten um. Plötzlich brach das Wasser durch den schützenden Dünenwall und rollte über Alt-Minsen hinweg. Ein Etmal lang tobte das wilde Meer, dann war alles vorbei. Als die Sonne wieder im Osten aufging, war das Dorf mit Mann und Maus vergangen. Nur eine kahle Sandbank blieb, wo bei Ebbe die Möwen sich ausruhen. Man nennt sie Minser Olloog.
Foto gemacht und weiter geht’s. Ich schenke mir den Besuch der kleinen Kirche samt Deckenfresko, lasse das Nationalparkhaus samt seinen Aquarienlinks liegen. Schillig ist das nächste Ziel.