Burhave liegt zirka 15 Kilometer nordwestlich der Wesermündung. Früher befand sich an der Küste ein Sandstrand, der jedoch im Laufe der Zeit immer mehr verschlickte. Als Grund werden Veränderungen der Strömungsverhältnisse durch die künstliche Vertiefung der Außenweser vermutet. Der Name Burhave leitet sich möglicherweise von dem germanischen Wort buri (Siedlung, Wohnsitz, Gehöft) und von dem friesischen Wort hove oder have (Kirchendorf) ab. Burhave bedeutet also so viel wie „Kirchensiedlung“. Möglicherweise hängt die Namensgebung mit dem ehemaligen Ortsbild Burhaves zusammen, denn vor rund 400 Jahren bildete eine aus dem 11. Jahrhundert stammende Wehrkirche den Ortskern. Alle Höfe waren rings um die auf einer hohen Wurt stehenden Kirche angeordnet.
Bire/Byre, wie Burhave früher hieß, war schon im Mittelalter ein zentraler Ort in Butjadingen. Während sich der Ort in früheren Zeiten mehr im Landesinneren der Halbinsel Butjadingen befand, wurde er im Laufe der Zeit durch die Verschiebung der Küstenlinie zum Küstenort. Er hatte nur geringe Bedeutung, bis der Hafen von Langwarden um 1700 wegen zunehmender Verschlickung geschlossen wurde. Die Herrscher von Bremen und Oldenburg waren an einem Zugang zum Meer interessiert, der jedoch durch Bauernfreistaaten behindert wurde. Die Folge war, dass sich in Butjadingen das Häuptlingswesen etablierte. Die Auseinandersetzungen fanden ihren Höhepunkt 1419, als die Burhaver ihre Kirche (die heutige St.-Petri-Kirche) durch Bollwerke und Gräben zur Verteidigungsanlage ausbauten. Sie musste allerdings unter dem Ansturm der Bremer aufgegeben werden, wobei Turm und aufgebaute Befestigungsanlagen zerstört wurden. 1419 schaffte man das Häuptlingswesen wieder ab und ersetzte es durch lokal gewählte „Ratgeber“, die das Volk anführten.
1509 unterwarfen verbündete Truppen aus Oldenburg und Braunschweig die Freistaaten Butjadingen und Stadland, wobei die entscheidenden Schlachten bei der Hartwarder Landwehr bei Rodenkirchen (Unterweser) und in der Burmeide bei Langwarden geschlagen wurden. 1667 wurde die Herrschaft der Oldenburger schließlich durch das dänische Königshaus durch Erbschaft abgelöst.

Um 1800 kursierte in der nördlichen Wesermarsch das kalte Fieber, eine Form der Malaria, an dem viele Menschen - auch in Burhave - starben. Die durchschnittliche Lebenserwartung sank auf unter 30 Jahre.
1853 wurde die erste mit Klinkern befestigte Straße zwischen dem Fischerdorf Fedderwardersiel und Burhave fertiggestellt. 1861 war die Straße zwischen Oldenburg und Burhave durchgehend befahrbar. 1933 wurden Eckwarden, Langwarden, Stollhamm, Tossens und Waddens in die Gemeinde Burhave eingegliedert. Diese wurde im Jahr 1936 amtlich in Butjadingen umbenannt. Als diese Gemeinde im Jahr 1948 aufgelöst wurde, erhielt Burhave seine Selbstständigkeit zurück. Seit dem 1. März 1974 gehört es zur neuen Gemeinde Butjadingen.

Der nächste Morgen empfängt uns wie der erste Tag. Mit strahlendem Sonnenschein und eiskalten Temperaturen. Zum Glück hat der Sturm nachgelassen. Die Fahnen des Campingplatzes nebenan flattern im frischen Wind. Wir flattern nicht, sondern lustwandeln dick eingepackt – Ingrid dazu mit wollenen Handschuhen – am Watt entlang. Hinaus auf  eine Buhne bis an den Priel, der auch bei Ebbe nicht leerläuft. Dann geht’s weiter zum Wattensteg. Auf hölzernen Bohlen einen Meter über dem Schlick holen wir uns weder nasse noch schmuddelige Schuhe. Richtung Westen geht der Blick nach Fedderwardersiel, Richtung Osten zum Containerterminal in Bremerhaven. Richtung Norden zur Nordsee. Die sehen wir natürlich nicht, weil die Schlickberge vor uns den Ausblick auf Wasser und Wellen verhindern. Aber immerhin können wir am Horizont Leuchttürme sehen und immer wieder Schiffe beobachten, die in die Wesermündung einlaufen und vielleicht in Bremerhaven oder auch in Bremen ihre Fracht löschen oder neue laden.