Das kleine Wurtendorf Eckwarden gibt es bereits seit dem 12. Jahrhundert. Während dieser Zeit hinterließen dort Seeräuber, Grafen und sogar Napoleon ihre Spuren. In Eckwarden finden wir Butjadingens ältestes Gebäude, den rund 1000 Jahre alten Glockenturm im Dorfkern. Neben dem alten Glockenturm steht der historische Dorfbrunnen. Vermutlich haben schon die ersten Siedler vor mehr als tausend Jahren an dieser Stelle in zwölf Metern Tiefe die Süßwasserader mit einer Wünschelrute gefunden und zum Brunnen ausgebaut. Bis 1962 holten hier die Einwohner Eckwardens und der umliegenden Siedlungen ihr Trinkwasser. 2004 wurde das Brunnenhäuschen erneuert und in Küsterbrunnen umgetauft, weil hier früher sicher der Küster auch das Wasser für Taufen geholt hat. Seit dieser Zeit wird am Sonntag nach Ostern ein Brunnenfest gefeiert und ein Brunnenmeister gewählt.

Wenige Kilometer weiter liegt Eckwarderhörne direkt am Wasser. Der Badestrand gilt der Eigenwerbung zufolge als Geheimtipp – neben Baden, Wattwandern, in der Sonne liegen (wenn sie denn scheint) werden etliche andere Freizeitmöglichkeiten geboten. Welche allerdings, habe ich nicht herausfinden können. Mit großzügiger Liegewiese und flach abfallendem Strand ist hier aber Badevergnügen garantiert. Die beiden Orte liegen an der Südspitze der Halbinsel und sind von Landwirtschaft geprägt. Von beiden Orten aus hat man außerdem einen guten Blick zum Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven und erlebt  (bei klarem Himmel) traumhafte Sonnenuntergänge. Von Eckwarderhörne aus starten in der warmen Jahreszeit Wattwanderungen sowie Schiffsfahrten nach Wilhelmshaven.
Wir gönnen beiden Orten an der Südspitze Butjadingens nur eine Stippvisite. Der morgendliche graue Himmel hat zwar weißen Wolken, Sonnenschein und einigen Regenschauern Platz gemacht, doch der Wind. der sich nachts gelegt hat, ist wieder aufgefrischt. In alter Stärke. Weht wie seit vier Tagen, dass mir beim Gehen die Luft wegbleibt.

In der NordwestZeitung schreibt Redakteurin Lore Timel-Hänsel: ,,Nach 134 Stufen ist der höchste Punkt von Butjadingen (Kreis Wesermarsch) erreicht. Vor den Besuchern auf dem Oberfeuer Preußeneck in Eckwarderhörne liegt der ganze Jadebusen mit dem Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer. Sie haben freie Sicht auf den Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven und über die grüne Halbinsel. Heute reicht die Sicht sogar bis Bremerhaven, und am Horizont ist auch die Silhouette des Braker Hafens, gut 30 Kilometer entfernt, erkennbar.“
Vor Jahren eine wichtige Landmarke für die Schifffahrt, heute ,,nur noch“ ein Denkmal. Das rund 45 Meter hohe Leuchtfeuer Eckwarderhörne. Direkt am Strand hat es von 1962 bis 2012 den Schiffen den Weg gewiesen. Aus seefahrtstechnischen Gründen wurde der Betrieb eingestellt.  Damit es der Nachwelt – wie mir z. B. – erhalten bleibt, kümmern sich eine Stiftung und ein Förderverein um den Erhalt des über 60 Jahre alten Leuchtturms.

Dort entsteht nun ein Dokumentationszentrum, das die Vielfalt der Küste als Natur-, Kultur- und Wirtschaftsraum erlebbar machen soll. „Wir arbeiten eng mit der Nationalparkverwaltung Wattenmeer und der Jade-Hochschule in Oldenburg zusammen“, erzählt der Vorsitzende der Stiftung, Ernst Tannen. Auf Monitoren kann dann die Kennzeichnung der Wasserstraßen in der Nordsee nachvollzogen werden, eine Webcam am Turm ermöglicht einen Rundumblick über den Jadebusen für diejenigen, die den Aufstieg scheuen und auf dem Boden bleiben. Den Turm kann man besichtigen. Oben bietet sich ein weiter Blick über das flache Land. Ende Juni soll das Zentrum eingeweiht werden.