Salzwiesen Bei Wikipedia finde ich: Salzwiesen, regional auch als Heller, Inge oder Groden bezeichnet, sind vom Meer periodisch oder unregelmäßig überflutete Bestände krautiger Pflanzen (Salzpflanzenvegetation). Sie bilden den natürlichen Übergang und die biologische Grenze zwischen Land und Meer auf gezeitengeprägten alluvialen Weichsubstratböden (Schwemmböden). Eine Grundvoraussetzung für die Entstehung von Salzwiesen ist die regelmäßige Zuführung von Feinmaterial. Ein ausreichender Tidenhub dient der Versorgung mit Sedimenten. Die Strömung und der Einfluss von Sturmfluten dürfen nicht zu stark sein, um das angelagerte Material nicht zu erodieren. Ein Meeresboden, der nur langsam in Richtung Küste ansteigt sowie das Absenken der Küste oder das allmähliche Ansteigen des Meeresspiegels gehören ebenso zu den Voraussetzungen, da nur dann fortwährend neue Sedimente abgelagert werden. Auch das Hinterland muss flach sein, da sonst die Zuflüsse zu große Kräfte entwickeln und Sand und Geröll herangetragen würden. Jeder Kontinent verfügt über flache Gezeitenküsten, die Salzwiesen und eine Vegetation mit Halophylen aufweisen. Die jeweilige Kombination von geomorphologischen Faktoren, Klima, Tier- und Pflanzenwelt macht jede dieser Salzwiesengruppen zu einem einzigartigen Lebensraum. In Europa sind sie entlang der Nord- und Ostseeküsten sowie des Atlantiks zu finden.
Das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer gilt als Drehscheibe des Vogelzugs und wichtigstes Feuchtgebiet für Vögel in Europa. Von einer Vogelbeobachtungshütte am Rande der Salzwiesenentwicklungszone aus haben wir beste Sicht und eine hohe Beobachtungswahrscheinlichkeit für unzählige Wat- und Wandervögel. Zahlreiche Informationstafeln und installierte Ferngläser helfen bei der eindeutigen Identifikation von Säbelschnäbler, Brandgans und Co.

Ich steuere den Troll Richtung Elsfleth, dem alten Seefahrerstädtchen an der Hunte. Vor mehr als einem halben Jahrhundert habe ich hier oft an den Wochenenden den Anker meines Bootes fallen lassen. Will heißen: Habe meinen Segler am Steg des dortigen Wassersportvereins festgemacht. Da lagen wir dann mit vier bis fünf Booten nebeneinander im Strom, der unweit davon in die Weser mündet.

Elsfleth gehört zu den ältesten Orten an der Unterweser. Der Name lässt sich nach Urkunden und Chroniken bis in das Jahr 1220 zurückverfolgen. Die Zeit der Gründung ist unbekannt. Dass es sich um eine sehr alte Siedlung handelt, geht daraus hervor, dass schon um 860 vom Bischof Ansgarius von Bremen die erste Kirche gegründet worden sein soll. Zur Zeit der Stedinger (12. und 13. Jahrhundert) war Elsfleth kirchlicher Mittelpunkt Nordstedingens und Versammlungsort bei der Austragung von Streitigkeiten zwischen den Rüstringer Friesen und den Bremern. 1350 geriet Elsfleth unter die Herrschaft der Oldenburger Grafen. 1504 wurde die St.-Nicolai-Kirche errichtet, die durch einen Anbau 1690 ihre jetzige Hakenform erhielt. 1607 wurde die erste Schule in Elsfleth errichtet. Einen bedeutenden Aufschwung erlangte Elsfleth durch die Errichtung des Weserzolls, der von Graf Anton Günther von Oldenburg im Jahre 1624 nach Elsfleth verlegt wurde. Der Weserzoll wurde bis 1820 erhoben. Am 1. Mai 1856 wurde Elsfleth zur Stadt ernannt.

Die günstige Lage Elsfleths am Zusammenfluss der Weser und der Hunte sowie die Nähe zur Nordsee begründeten bald die Verbundenheit Elsfleths zur Schifffahrt und zum Schiffbau und waren ausschlaggebend für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Ortes.
Um die Mitte und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Elsfleth mit Brake der wichtigste Hafen des Landes Oldenburg. 22 Reedereien waren hier ansässig, ca. 100 Schiffe hier stationiert, 8 Werften bauten Segelschiffe. 1875 gehörte Elsfleth zu den größten deutschen Reedereiplätzen.
Zu dieser Zeit prägten auch die Segelschulschiffe des Deutschen Schulschiffvereins das Bild des Hafens. Weitere Impulse für die Entwicklung der Stadt gingen insbesondere von der 1832 gegründeten Navigationsschule aus, der späteren Seefahrtschule Elsfleth, die heute als Fachbereich Seefahrt ein Teil der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven ist. Mit anderen in Elsfleth vorhandenen seemännischen Ausbildungsstätten bildet sie den Kern des Ausbildungszentrums für den seemännischen Nachwuchs in Elsfleth.
1873 wurde nach dreijähriger Bauzeit die Eisenbahnlinie Hude - Elsfleth - Brake eröffnet. Einen wirtschaftlichen Niedergang erlebte Elsfleth, als durch die aufkommende Dampfschifffahrt die Werften zum Erliegen kamen, da man sich nicht rechtzeitig vom Holzschiffbau auf den Eisenschiffbau umstellte. Hinzu kam, dass die erste Weserkorrektion um 1890 Elsfleth vom Hauptstrom der Weser abtrennte.

In den Folgejahren wurde versucht, einen  Ausgleich zu schaffen, durch die Ansiedlung und Gründung schifffahrtsgebundener Industriebetriebe. So wurden eine Heringsfischereigesellschaft und eine Schiffswerft gegründet sowie ein Holzbearbeitungs- und Imprägnierwerk in Elsfleth angesiedelt. Die Bemühungen der Stadt Elsfleth, die Wirtschaft Elsfleths durch Ansiedlung weiterer Betriebe neu zu beleben, wurden auch nach dem 2. Weltkrieg mit Erfolg fortgesetzt.
Heute geben ein Schiffbauunternehmen, ein Verpackungsmittelwerk, ein Unternehmen für Druckbehälterbau, Einrichtung im Maritimen Elsflether Campus, zahlreiche Reedereien sowie mittlere und kleinere Betriebe des Handels und des Handwerks der Wirtschaft Elsfleths das Gepräge. In den großflächigen ländlichen Gebieten der Stadt bestimmen eine beträchtliche Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe die wirtschaftliche Struktur der Stadt.

Mit seinen Fachwerkdörfern Moorriem vor den Toren Oldenburgs ist Elsfleth aber auch ländlich geprägt. Bei einem Rundgang erfahren wir mehr über die Entwicklung der Stadt: Fußwegweiser führen uns zu den interessanten Orten, Infotafeln und QR-Schilder beschreiben die wichtigen Epochen der Seefahrtsgeschichte und Entwicklung Elsfleths.

Wäre das Wetter frühlingshaft, hätten wir die Möglichkeit, mit dem E-Bike die Umgebung der Stadt an der Hunte kennen zu lernen. ,,Entdecken Sie Radwanderwege rund um Elsfleth“, steht im Fremdenführer: ,,den Weserradweg, die Deutsche Sielroute oder den Hunteradweg. Bei Bedarf buchen Sie eine unserer Radwanderpauschalen mit eigenen oder geliehenen Rädern. Besuchen Sie unsere Sehenswürdigkeiten oder tanken Sie bei einem frischen Milchgetränk Kraft in einem Melkhus. Nähere Informationen zum Radwandern bieten Ihnen unsere Radwanderkarten.“

Seit 2008 ist in Elsfleth auf dem früheren Betriebsgelände einer Spirituosenfabrik direkt am Ufer der Hunte der Maritime Campus lokalisiert, der in seiner Art deutschlandweit einmalig ist.Neben den Gebäuden des „Elsflether Zentrums für Maritime Forschung“, des „Maritimen Kompetenzzentrums“ und des „Maritimes Trainingszentrum Wesermarsch“ beherbergt der Maritime Campus den Erweiterungsbau des Fachbereichs Seefahrt. Dieser Bau umfasst zwei neue Hörsäle und die Mensa, sowie die mit modernsten Medien ausgestattete Bibliothek und Büros für Professorinnen und Professoren sowie wissenschaftliche Mitarbeiter. Aus mehr als 2.000 eingereichten Bewerbungen wurde der „Maritime Campus Elsfleth“ im Jahr 2009 als Botschafter für das Land der Ideen ausgewählt. Der Fachbereich Seefahrt in Elsfleth weist alle Labore und ähnliche Einrichtungen auf, die für eine moderne Hochschuleinrichtung in den angebotenen Studiengängen notwendig sind. Dies gilt sowohl für den Studiengang „Nautik“ (Chemie- und Physiklabore, Computional Sciences, Manö­verbecken, Maschinenlabor, Planetarium, maritimer Telekommunikationssimulator, Liquid Cargo Handling Simulator) als auch für die Studiengänge „SHW“ und „ITM“ (Unternehmenssimulationen, SAP).

Gegen Mittag laufen wir auf dem Stellplatz an der Hunte ein. Im Rücken das Schifffahrtsmuseum Unterweser. Vor uns die Hunte mit einem Segellogger aus Vegesack, der vor Jahrzehnten auf Heringsfang in der Nordsee unterwegs war. Heute ist er ein Traditionsschiff, das von einer kleinen Mannschaft ehrenamtlich unterhalten wird. Rechts von uns in einigen Metern Entfernung der Dreimastgaffelschoner ,,Großherzogin Elisabeth“. In die Altstadt mit der Fußgängerzone ist es nur wenige Schritte weit. Einiges weiter ist es zum Huntesperrwerk, das es in meiner Jugendzeit noch nicht gab und das ich heute zum ersten Male aus der Ferne sehe.