Der Fährenpfortenturm, auch Hagelturm oder Natermannturm genannt, befindet sich in der historischen Altstadt. Von der Fährenpforte führte ein Weg zu einer Fähre über die Fulda. Der Inhaber der Firma Haendler & Natermann kaufte 1848 den Turm. Er ist Teil der ehemaligen Stadtbefestigung. Ursprünglich hatte der Turm eine Höhe von 26 Metern, nach dem Erwerb des Turmes durch die Firma Haendler & Natermann wurde er um ein Drittel auf die heutige Höhe von 40 Metern erweitert. Dadurch war es möglich, Bleischrot im Turmgießverfahren herzustellen. Bei diesem Verfahren wurde Blei in der Turmkammer geschmolzen und dann durch ein Sieb gegossen. Während des Falles bildeten sich runde (Schrot)Kugeln. Der wenige hundert Meter entfernt liegende Hampesche Turm wurde im 19. Jahrhundert in ähnlicher Weise genutzt. 1983 wurde der Fährenpfortenturm von der Stadt Hann. Münden zurückgekauft. Heute beherbergt er das Museum der Arbeit, eine alte Anlage der Hagelschrotherstellung sowie alte Geräte und Maschinen. Seit 2008 befindet sich auf dem Turm eine Aussichtsplattform.

Die Alte Werrabrücke ist eine 105 Meter lange Steinbogenbrücke über die Werra in Hann. Münden. Das 1329 urkundlich erwähnte Bauwerk verbindet die Stadt mit der historischen Vorstadt Blume im Stadtteil Questenberg. Die Brücke gehört zu den ältesten erhaltenen Steinbrücken des Oberweser- und Werragebietes. Das aus Steinquadergefüge bestehende Bauwerk verfügt über fünf Pfeiler und sechs Brückenbögen mit lichten Weiten zwischen 10 und 12 Meter. Von der einstigen Steinbrücke sind noch fünf Jochbögen im Original erhalten. Im 19. Jahrhundert wurden zwei Bögen erneuert. Die fünf ursprünglichen Brückenpfeiler weisen spitzwinklinge Eisbrecher aus Stein auf. Die Breite der Brücke beträgt zwischen 6,5 und 7 Meter. Ein Brückenpfeiler gründet sich auf der Flussinsel Doktorwerder, zu der von der Brücke aus Zugang besteht. Vorläufer der Steinbrücke war eine Holzkonstruktion an derselben Stelle. Sie entstand zur Zeit der Stadtgründung in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Bei Ausschachtungsarbeiten Anfang des 20. Jahrhunderts und 1965 wurden Reste der Holzbrücke gefunden.

Bilder dokumentieren, dass die Brücke an den Enden zwei Torbauten bzw. Tortürme aufwies. Sie wurden 1776 ebenso wie das Dach der Brücke abgerissen. Grund für den  Abriss war der Ausbau der Chaussee von Hannover nach Kassel. So konnten auch größere Frachtwagen den Werraübergang nutzen. Hochwasser und Eisgang fügten dem Bau im Laufe der Jahrhunderte Schäden zu. Zur Unterhaltung erhob die Stadt Münden Brückengeld. Der Kassierer des Brückengeldes wohnte in einem Häuschen auf einem Brückenpfeiler. Erst 1849 stellte die Stadt die Einnahme von Brückengeld auf Weisung der Regierung in Hannover ein. Der im 20. Jahrhundert aufkommende Kraftfahrzeugverkehr belastete die Brücke derart, dass es 1933 Überlegungen zum Bau einer neuen Querung über die Werra gab. Eine Verbreiterung der alten Brücke war nicht möglich, da sie als Baudenkmal erhalten bleiben musste.

Der Zweite Weltkrieg stoppte die Ausbaupläne. Während des Krieges wurde die Alte Werrabrücke als einzige Brücke im weiten Umkreis nicht gesprengt. In der Nachkriegszeit konzentrierte sich der Militärverkehr der Alliierten über die Brücke, was erhebliche Schäden verursachte. In den 1950-er Jahren belastete der gestiegene Kraftfahrzeugverkehr das Bauwerk mit täglich rund 10.000 Fahrzeugen. Der bauliche Zustand verschlechterte sich derart, dass der Landkreis Münden 1953 eine Sperrung für Fahrzeuge über 12 Tonnen erließ. 1958 bis 1960 wurde daher die neue Weserbrücke gebaut. Zur Fußgängerbrücke mit gelegentlichem Kraftfahrzeugverkehr wurde die Alte Werrabrücke 1995.

Die Tillyschanze ist ein 25 Meter hoher Aussichtsturm auf der Anhöhe des bewaldeten Rabanenkopfes im Reinhardswald, etwa 90 Meter oberhalb von Hann. Münden. Das Kuriose ist jedoch, dass sich die Waldgaststätte der Tillyschanze auf hessischem Terrain befindet, denn mitten im Reinhardswald, direkt an der niedersächsischen Grenze, liegt Hessens zweitgrößte Gemeinde - der Forstgutsbezirk Reinhardswald. Der Rundturm ist ein massiver Steinbau mit einer Wendeltreppe im Inneren. In einem zweistöckigen Anbau befinden sich eine Dachterrasse und zwei Turmzimmer, in denen ein Museum zur Turmgeschichte eingerichtet ist. Der Name „Tillyschanze“ erinnert an die Belagerung und anschließende Einnahme von Münden durch den Feldherrn der Katholischen Liga, Johann Tserclaes Graf von Tilly. 1626 soll er unterhalb des mehr als 300 Jahre später errichteten Turmes seine Kanonen aufgestellt und eine Bresche in die Stadtmauer geschossen haben.

Danach wurde die Stadt gestürmt. Mehr als 2260 Menschen wurden getötet. Die meisten Leichen auf die Werrabrücke gekarrt und in den Fluss geworfen. (Übersetzung eines überlieferten Augenzeugenberichtes: „(. . .) lange leiden mussten, bis sie ihren Geist aufgaben, sich quälen mussten, etliche wurden in heißes Wasser geworfen und verbrüht, etliche von den Turmzinnen oder anderen hohen Stellen lebendig hinter gestürzt, etlichen Schwarzpulver angehängt und damit gemartert, etliche gefesselt und gegen das Feuer gehalten, manche mit Stricken um den Kopf erdrosselt, manche gehenkt, manchen die Augen ausgestochen, kranke und schwache Leute wurden in ihren Betten umgebracht, manche kleinen Kinder aufgespießt und in der Höhe zappeln lassen … die toten Körper in den Gassen waren zum Teil entblößt, darunter wurde auch eine schwangere Frau gesehen, die zwar tot war, aber das Kind, das nur halb geboren war, regte sich noch, etlichen dicken Menschen schnitt man das Fett und Riemen aus ihrer Haut, etliche Soldaten setzten sich auf die Leichen und prosteten den anderen zu (…)“.

Neuere Forschungen belegen, dass Tilly seine Kanonen allerdings nicht an dieser Stelle, sondern weit unterhalb am Ufer der Fulda aufgestellt hatte. Wahrscheinlicher ist eher, dass er diese Stelle zur Beobachtung der Stadt genutzt hat.

Drei Fluss-Radfernwege In der Fachwerk- und Dreiflüssestadt beginnen die drei großen Fluss-Radfernwege entlang Weser, Werra, Fulda sowie der Weser-Harz-Heide-Radweg. Viele Ferienstraßen, wie die Deutsche Fachwerkstraße, die Deutsche Märchenstraße und bedeutende Pilger- und Wanderwege, wie der Weserbergland-Weg, der Werra-Burgen-Steig oder der Pilgerweg Loccum-Volkenroda, beginnen in oder führen durch Hann. Münden. Auch moderne Wasserkunst hat Hann. Münden zu bieten. Im Rahmen der EXPO 2000 in Hannover beteiligte sich Hann. Münden mit dem Projekt ,,Wasserspuren“. Drei zentrale Plätze wurden in Zusammenarbeit mit Bürgern und Schülern, Planern, Künstlern und Verwaltung unter künstlerischen, ökologischen und wasserhydraulischen Gesichtspunkten umgestaltet. Es entstanden unter anderem der Fächerbrunnen, ein Wasserteppich sowie fünf Wasserspeier. Regelmäßig finden in Hann. Münden  statt, so zum Beispiel der ,,Big Jump“, der große Startsprung zum Schwimmen in der Weser, der Kanu-Weser-Marathon oder das Brückenfest am Dielengraben an der Werra.

Nehmen ist besser als geben: Der Rat der Stadt Hann. Münden hat die Einführung eines Fremdenverkehrsbeitrages (ab 01. April 2017, Tourismusbeitrag, NKAG) beschlossen. Danach sollen alle selbstständig tätigen Personen und alle Unternehmen, die vom Tourismus unmittelbar oder mittelbar profitieren, zu einem Tourismusbeitrag herangezogen werden. Bürgermeister Harald Wegener: ,,Die Stadt steckt in einer schwierigen finanziellen Lage. Aufgrund des unausgeglichenen Haushaltes sind wir verpflichtet, der Kommunalaufsicht ein Haushaltssicherungskonzept vorzulegen. Es fehlen bereits seit Jahren ausreichende Mittel, um die touristische Infrastruktur in Hann. Münden wettbewerbsfähig zu halten.“ Die Stadt will die errechneten jährlichen 435.000 Euro an Tourismusausgaben durch den Tourismusbeitrag einnehmen. Etwa 2000 Unternehmen kommen nach derzeitigem Stand für die Abgabe in Frage. Die Beitragshöhe wird im Regelfall, je nach Unternehmen, von jährlich einer zweistelligen bis zu einer vierstelligen Summe reichen. Die Stadt rechnet nach eigenem Bekunden mit Beiträgen für viele Unternehmen in einer Höhe zwischen etwa 100 und 1000 Euro. Es ist bereits der zweite Versuch. 2012 scheiterte die Einführung an Widerständen von Seiten der Unternehmen. Ob er jetzt Erfolg hat, steht allerdings in den Sternen. Wir haben bei unserem Besuch zahlreiche Protestzettel in den Schaufenstern der Geschäfte gesehen.